Exotische Früchte und ihr bitterer Beigeschmack

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Exotische Früchte sind gesund und wohlschmeckend, durch ihre Transporte aber auch eine starke Belastung für das Klima.

Heutzutage bieten beinahe alle Supermärkte täglich exotisches Obst und Gemüse in Hülle und Fülle an. Mango, Ananas, Papaya Wassermelone, Orange, und Co regen mit ihrem unwiderstehlichem Geschmack und ihren wertvollen Inhaltsstoffen erfolgreich zahlreiche Kunden zum Kauf an. Doch wie oft ist der Kauf solcher Früchte vertretbar? Wie sehr werden Umwelt und Klima durch die langen Transportwege belastet? Gibt es Sorten oder Wege die nachhaltiger sind als andere und worauf sollte man beim Kauf von Südfrüchten achten? Diese und weitere Fragen begleiten uns spätestens seit der Diskussion „Klimawandel“ jeden Tag.

Exotische Früchte gelangen aus Afrika, Mittelamerika und Südamerika per Flugzeug, Schiff mit der Bahn oder per LKW in unsere Supermarktregale. Je nach Transportmittel und dem Weg der zurückgelegt werden muss, gibt es unterschiedliche Belastungen für das Klima und die Umwelt. Flugtransporte schneiden auf dies bezogen um einiges schlechter ab als Schiffstransporte und Transporte mit der Bahn schonen die Umwelt mehr als Transporte durch LKWs. Allgemein gesehen verursachen aber Produkte wie zum Beispiel Fleisch immer noch eine höhere Klima- und Umweltbelastung während der Herstellung, als jedes Obst oder Gemüse.

 

Für den Transport von Obst per Flugzeug spricht, dass die Früchte in einem reiferen Zustand geerntet werden können als die, die mit dem Schiff transportiert werden, da sie weniger lang auf Reisen sind. Hauptsächlich werden schnell verderbliche oder sehr empfindliche Sorten wie Guave, Physalis, Drachenfrucht, Litchi und Passionsfrucht, im Winter aber auch Erdbeeren und Spargel, als Luftfracht transportiert. Trotzdem sollte wenn möglich auf Flugobst verzichtet werden, denn diese Transportmethode verursacht sehr hohe CO2-Emissionen und belastet somit das Klima aber auch die Umwelt enorm, mehr als jedes andere Transportmittel.

Aufgrund der hohen Kosten und der Belastung für die Umwelt werden heute immer mehr Transporte mit dem Schiff durchgeführt, welche weniger Schadstoffemissionen verursachen. Die Ware ist jedoch länger unterwegs und muss deshalb unreif geerntet und in künstlich temperierten Containern verschifft werden. Sind sie an ihrem Ziel angekommen, werden sie in Hallen mit bestimmten Gasen in der Luft zum Nachreifen gebracht. Diese Behandlung bringt wiederum einen hohen Energieverbrauch mit sich.

Möchte man als Konsument die Umwelt schonen greift man deshalb am Besten zu regionalen Früchten. Erdbeere, Apfel und Birne und viele Gemüsesorten enthalten genauso wertvolle Vitamine wie exotische Früchte. Es sollte deshalb öfter zu heimischem als zu exotischem Obst gegriffen werden.

Es sollte aber beachtet werden, dass Äpfel die zwar regional aber nicht saisonal gekauft werden, sehr lange unter bestimmten Bedingungen gelagert werden müssen, was wiederum einen sehr hohen Energieverbrauch zur Folge hat. So kann es vorkommen, dass diese Äpfel die Selbe negative Ökobilanz haben, wie Äpfel die aus Neuseeland kommen. Aus diesem Grund sollte man darauf achten, nicht nur regional, sondern auch saisonal einzukaufen. Der Vorteil ist durch die kürzeren Transportwege und die kürzere Lagerung nicht nur ein ökologischer sondern vor allem die Frische und der noch sehr hohe Vitamingehalt des Obstes oder Gemüses.  

In Punkto Umwelt und Klima gibt es auch große unterschiede zwischen konventioneller und biologischer Landwirtschaft. In der konventionellen Landwirtschaft werden oft mineralische Stickstoffdünger benutzt. Diese werden sehr energieaufwendig produziert. Ebenfalls wird viel mehr Energie für Obst und Gemüsezuchten in Folientunneln oder gar in beheizten Treibhäusern benötigt, als für Anbauten unter freiem Himmel. Obst und Gemüse das nicht aus Europa stammt und nicht Bio ist, wird zudem noch häufig mit giftigen Pestiziden und anderen Chemikalien gegen Schädlinge oder Verderben behandelt. Bioprodukte sollten deshalb bevorzugt eingekauft werden.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass man darauf achten sollte regional und saisongerecht einzukaufen um die Umwelt zu schonen und nachhaltiger zu agieren. Des Weiteren wäre es sinnvoll, sich für frische Produkte aus biologischer Landwirtschaft zu entscheiden, denn dort wird im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft viel Energie gespart und das Klima weniger belastet. Als bewusster Konsument darf man gerne ab und an zu Ananas, Mango und Co greifen, die Exoten sollten jedoch etwas Besonderes auf dem Speiseplan bleiben und nicht zur täglichen Gewohnheit werden.

 

Verfasst von Selina M.

 

Quellen:

·  Hoinkes, Carla (2013): Exotische Früchte – ein ökologisch vertretbarer Genuss? Online im Internet: http://www.umweltnetz-schweiz.ch/neuigkeiten/aktuelles/1166-exotische-fr... (Zugriff am: 29.05.2014)

· Mag. Boukal, Christian (2014): Einmal um die ganze Welt – Obst und Gemüse auf Weltreise. Online im Internet: http://www.forumgesundheit.at/portal27/portal/forumgesundheitportal/cont... (Zugriff am 29.05.2014)

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