Organtransplantation und Hirntod- eine ethische Auseinandersetzung

Mein behinderter Neffe (damals 15Jahre) erlitt vor ein paar Jahren durch ein „Verschlucken“ einen Atemstillstand. Innerhalb mehrerer Sekunden verlor er sein Bewusstsein und die restlichen funktionierenden Gehirnzellen starben ab. Die Ärzte versetzten Ihn in ein künstliches Koma. Die Diagnose war ziemlich schnell festelegt, dass wenn er das überlebt „schwerbehindert“ sein wird. D.h. ein Hirntot wurde nicht festgestellt. Er konnte nicht mehr selbstständig atmen zu der Zeit. Die Ungewissheit, dass er jemals wieder selbstständig atmen kann stand sehr lange im Raum.

Der Vorschlag die Geräte abzuschalten kam ziemlich rasch, ebenso die Frage der Organspende. Die Entscheidung vor dem die Eltern standen war beinahe unerträglich. „Der Tod des eigenes Kindes oder das Leben von mehreren Menschen zu verlängern“. Jedoch waren die Aussichten nicht sehr viel versprechend.

Ist es nicht die westliche Ethik die darauf plädiert Menschenleben zu schützen und zu retten? Nichtsdestotrotz ist es auch die westliche Ethik Menschen Leben zu verlängern.

Aus christlicher Sicht ist die Organspende nachdem Tod ein Zeichen der nächsten Liebe und Solidarisierung. Im Islam ist der menschliche Körper zu schützen und nicht zu verschänden, aber trotzdem wurde die Organspende definiert als Zeichen der Nächstenliebe.

 Jedoch, wann ist man Tod?

Im allgemeinen Verständnis ist ein Mensch tot, wenn er nicht mehr atmet und sein Herz nicht mehr schlägt. Menschen mit Hirntot sind warm und atmen.

An einem Hirntot sind Menschen verstorben laut dem Bundesamt für Gesundheit, wenn: „die Funktionen seines Hirns und des Hirnstamms irreversibel ausgefallen sind“. Das Dilemma steckt in der kritischen Auseinandersetzung des Hirntodkonzepts, bzw. des Sterbeprozesses. Auch wenn der Hirntod irreversibel ist, ist es keinesfalls gleichzusetzen mit der allgemein gültigen Todesdefinition und jeder Mensch sollte das Recht haben am dem Tod zu sterben wie er definiert ist.

Aus medizinischer Sicht betrachtet bleibt der Tod verborgen, solange der Körper funktioniert, d.h. wenn die Herzaktionen und der Kreislauf durch medizinische Massnahmen erhalten bleiben. Der Organismus ist tot, da die Einzelfunktionen der Organe und Systeme, sowie ihre Wechselbeziehungen unwiderruflich nicht mehr von der übergeordneten Einheit gesteuert werden kann. Dieser Zustand ist mit dem Tod des ganzen Gehirns eingetreten.

Jedoch ein derartiger Zustand macht den Menschen zum Ersatzwarenlager und ermutigt dazu Menschen an Hirntot zu bescheinigen um ihre Organe zu entnehmen. Selbst wenn das Hirntodkonzept medizinisch einwandfrei begründet ist, sollte daraus nicht die Schlussfolgerung entstehen, dass eine gesellschaftliche „Implementierung in moralisch-pragmatischer Hinsicht“ gerechtfertigt werden kann.

Nichtsdestotrotz sehe ich auch die Solidarität und die Nächstenliebe in der Organspende. Ebenso finde ich es sinnvoll, dass Menschenleben verlängert werden können mit Hilfe von Organspende, aber aus eigener Erfahrung habe ich festgestellt, dass ein Abschalten der Geräte zu diesem Zeitpunkt zum Tode geführt hätte.

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