Plastiksäcke in der Natur

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Plastiksäcke in der Natur        ein Text von Patrik Kopf

Der Verbrauch von Polythylentaschen und deren Konsequenzen

Was tun mit Plastiktüten in der Natur? Wie kann man der Umweltverschmutzung, verursacht durch den Plastiksackverbrauch entgegenwirken?

Mit dem Begriff „Plastiktüten“ sind alle Einwegkunststofftüten gemeint, die im Einzelhandel als Serviceverpackungen für den Verbrauch zur Verfügung stehen, unabhängig davon ob sie kostenpflichtig oder kostenlos sind. Aufgrund des hohen Verbrauchs bzw. Gebrauchs der meist transparenten Plastiktüten in den Supermärkten und der oftmals unkontrollierten Entsorgung, wird die Natur von ihnen verwüstet.

Mittlerweile sind mehr als 45 Jahre vergangen seit der oscargekrönte Film „Lawrence von Arabien“ gedreht wurde. Wenn man den Schauplatz Quarzazate in der Sahara besucht, liegt überall Plastik herum. Achtlose Deponierung und der Wind haben den Drehort vieler Hollywood-Blockbuster verwüstet. Der Filmemacher Werner Boote hat für seinen Dokumentarfilm „Plastic Planet“ den ehemaligen Drehschauplatz besucht und sprach vor Ort mit dem Stuntman Othman Ilyassa. „Vor dem Dreh eines Filmes müssen wir immer den ganzen Plastikmüll wegräumen. Das war auch schon so bei den Filmen Gladiator, Star Wars, Die Mumie und Prince of Persia. Die Regierung unternimmt leider nichts dagegen, denn die haben kein Interesse.“, erklärt Othman Ilyassa.

Ein Grund für den exzessiven Gebrauch von Plastiktüten ist deren kostenlose Ausgabe. Allein in Deutschland gelangen pro Minute knapp 10.000 Plastiktüten in den Umlauf. Tüten werden nicht recycelt, sondern landen im Rest- oder Biomüll. Unter anderem werden grüne Wiesen oder sogar Flüsse von den Plastiksäcken verschmutzt. Deutschland gehört neben Italien, Spanien und Großbritannien zu den absoluten Spitzenreitern beim Plastiktütenverbrauch.

Eine Billion Stück- auf diese Anzahl wird der jährlich weltweite Plastiktütenverbrauch geschätzt. Die meisten Plastiktüten bestehen aus fossilem Rohöl. Plastik zerfällt langsam. Dabei werden die ursprünglich gebundenen Moleküle frei und gelangen schleichend in die ökologischen Kreisläufe. Somit ist das achtlose Wegwerfen von Plastiksäcken in die Umwelt besonders schädlich, denn es beeinträchtigt nicht nur Ökosysteme und Lebewesen, sondern verursacht auch einen massiven Verlust an Ressourcen. Die CO2-Emissionen des globalen Jahresverbrauches von einer Billion Plastiktüten werden auf 60 Millionen Tonnen geschätzt. Plastiktüten aus dem Supermarkt tragen eben auch zum Klimawandel bei.

Was soll man tun mit Plastiktüten in der Natur? Auflesen und sie zum Einsammeln von herumliegenden Müll verwenden! Ganz nach dem Motto: Verlasse jeden Ort schöner als du ihn angetroffen hast. Herr Anton-Scheidl, Dozent für Medien-Ethik an der Fachhochschule Vorarlberg in Dornbirn, hat meist ein Plastiksackerl dabei, um beispielsweise Scherben einzusammeln, wenn er mit Kindern an der Ach ist. Er meint, dass Putzen oder Mist einsammeln auch eine meditative Übung sein kann. 

Ich persönlich finde es wäre an der Zeit den Verbrauch von Plastiksäcken zu reduzieren. Eine gute Alternative wäre Mehrwegtaschen zu nutzen, denn die sind stabiler und können deshalb häufiger verwendet werden.

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