Portrait eines Autozulieferers

Wie allgemein bekannt, steht die Automobilindustrie sehr unter Druck. Zum einen war das immer schon so (zahlreiche Modelle der BWL bezüglich Effizienz- und Effektivitätssteigerungen stammen aus der Automobilindustrie – man denke beispielsweise an Toyota) und zum anderen befinden wir uns ja in einer Krise. Grund genug einen Automobilzulieferer zu betrachten, um herauszufinden, ob bei diesem harten Konkurrenzkampf noch Platz für ethische Werte vorhanden ist.
 
Der Betrieb zählt um die 2.000 Mitarbeiter, erzielt einen jährlichen Umsatz von über 100 Millionen Euro und investiert davon ca. 10% in R&D. Der Fokus des Unternehmenes liegt auf Wachstum und einhalten der branchenüblichen Gewinne. Bezüglich Zuständigkeiten ist zu erwähnen, dass ein Betriebsrat, ein Umweltbeauftragter als auch ein „Seelsorger“ für die Mitarbeiter vorhanden sind.
 
Die im Betrieb kommunizierten Werte und Grundsätze stellen sich wie folgt dar:
 
X Geschäftsethik: Respekt, Reaktionsbereitschaft, Resultate
X Integrität
X Kommunikation und Respekt: unabhängig von kulturellem Hintergrund, Geschlecht oder Stellung
X Umwelt: Umweltziele müssen eingehalten werden
X Technik und Effizienz: Technik als Mittel zur effizienten Produktion, nicht als Selbstzweck
 
Die Führungsebene arbeitet mittels Kennzahlensystemen, welche Faktoren wie „Erfüllung der Umweltziele“, „Mitarbeiterzufriedenheit“, „Mitarbeiterentwicklung“ abbilden. Im besonderen Mittelpunkt steht dabei nachhaltiges Wachstum. Wie der exemplarische Auszug des Kennzahlensystems zeigt, werden die Mitarbeiter als sehr wichtig betrachtet. Dies spiegelt sich darin wieder, dass die Entlohnung als fair eingestuft werden kann (Chancengleichheit ist gegeben), und die Personalentwicklung und Weiterentwicklung einen besonderen Stellenwert in der Strategie des Unternehmens einnehmen. Um den sozialen Umgang innerhalb des Unternehmenes zu fördern finden zudem zahlreiche Events wie gemeinsames Kegeln, Wandern oder Tennisspielen statt. Auch der Gesellschaft gegenüber wird Verantwortung gezeigt. Ein Beispiel dafür ist ein Projekt, bei welchem jede Spende des Mitarbeiter für Haiti von Unternehmen verdoppelt wurde (das Marketing nützte diese Aktion nicht als Werbung und kommunizierte die Spendenaktion somit nicht nach außen).
 
Um die Umwelt bestmöglich zu schützen, wird moderne Technik eingesetzt, die Emissionen und Abfälle möglichst reduzieren soll. Des Weiteren werden mit Mitarbeitern Dialoge geführt, die es zum Ziel haben ein Bewusstsein für unsere Umwelt zu schaffen. Aber auch mit Kunden finden Gespräche statt, in denen erklärt wird, wie mit dem Produkt am besten umgegangen wird, bzw. wie die anschließende Entsorgung statt zu finden hat.
 
Notwendige Übel wie Anmeldung bestimmter Patente oder Beschaffung auf nicht regionalen Märken müssen um konkurrenzfähig zu bleiben in Kauf genommen werden, was an dieser Stelle auch nicht kritisiert werden soll.
 
Letzten Endes hängt es an den Endverbrauchern: Diese müssen Druck auf die Produzenten aufbauen, um die Ethik in der Wirtschaftswelt voran zu treiben. Ein daraus resultierender höherer Preis für das Produkt käme somit in längerer Sicht uns allen zugute.
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