Was man für Geld nicht kaufen kann

Was man für Geld nicht kaufen kann
Michael J. Sandel

 

In der folgenden Zusammenfassung soll genauer auf das Buch  „Was man mit Geld nicht kaufen kann – Die moralischen Grenzen des Marktes“ von Michael J. Sandel eingegangen werden.
Es werden folgende Fragestellungen behandelt:  Können wir den Markt daran hindern, Felder zu beherrschen, in denen er nichts zu suchen hat? Wo liegen die moralischen Grenzen? Wie können wir zivilisatorische Errungenschaften bewahren, für die sich der Markt nicht interessiert und die man für kein Geld der Welt kaufen kann? Um aus diesen Fragen auf die Werte zu kommen, welche von Michael J. Sandel angesprochen werden, werden einige Beispiele aus dem Buch genannt.
Sterilisation: Jedes Jahr werden Hunderttausende Babys von drogenabhängigen Müttern geboren. Manche dieser Babys sind von Geburt an selbst drogenabhängig, und sehr viele von ihnen werden misshandelt oder vernachlässigt. Barbara Harris, Gründerin einer in North Carolina ansässigen Hilfsorganisation namens Project Prävention, bietet eine auf der Logik des Marktes beruhende Lösung an: drogenabhängige Frauen erhalten 300 Dollar in bar, wenn sie sich sterilisieren lassen oder langfristige Empfängnisverhütung betreiben.
Zu diesem Kapitel lässt sich folgende Frage stellen: „Sollten wir unseren Körper als persönliches Eigentum betrachten, mit dem wir nach Belieben verfahren können,  oder sind manche Gebrauchsweisen schlicht entwürdigend?
Einige Werte welche in diesem Abschnitt von bedeutender Rolle sind: Leben, Geburtsrecht, Geld, Gesundheit.
Schwarzmarkt für Arzttermine: In China haben die Marktformen der letzten beiden Jahrzehnte dazu geführt, dass zahlreiche öffentliche Krankenhäuser besonders im ländlichen Bereich geschlossen werden mussten. Dadurch wurde der Ansturm auf die Spitzenkliniken in Peking stark erhöht.  Dies hat wiederum zur Folge, dass es lange Warteschlangen vor den Registrierungsbüros der Krankenhäuser gibt. Um dieser „Zeitverschwendung“, welche Tage dauern kann, zu entgehen, kaufen einige Patienten ihre Tickets auf dem Schwarzmarkt. Eine weitere praktizierte Möglichkeit ist, einen professionellen „Ansteher“ zu bezahlen. Dabei stellen sich diese Personen an der Schlange an und halten der bezahlenden Person einen Platz in der Schlange frei.
In diesem Zusammenhang stellt sich folgende Frage: „Sollten Patienten die Möglichkeit erhalten, die Warteschlange für medizinische Versorgung einfach deswegen zu überspringen, weil sie es sich leisten können, mehr zu bezahlen?“
Einige Werte welche mit diesem Kapitel des Buches verbunden werden: Fairness, Moral, Gesundheit, Menschlichkeit, Nächstenliebe , Geld, Zeit.

Die zuvor erwähnten Punkte: „Schwarzmarkt für Arzttermine“ und „Bargeld für Sterilisation“, sind nur einige Dinge, welche im Buch erwähnt werden. Alles in allem muss jeder selbst entscheiden, was für sie/ihn moralisch vertretbar ist.
Die angesprochenen Werte werden im folgenden Punkt auf Unternehmen übertragen, jedoch wird kein Bezug auf die Buchkapitel genommen.

Wie können Werte in einem Unternehmen angewendet werden?

Fairness:kann mit einer Vertrauensperson erreicht werden. Fühlt sich eine Person ungerecht behandelt, kann sich diese Person, zu der erwähnten Vertrauensperson wenden.

Moral:kann verschieden angesehen werden. Die Moral der Mitarbeiter oder Moral des Unternehmens. Erzeugt das Unternehmen z.B. Atomwaffen? Die Firmenmoral kann anhand des Produkts verändert werden. Die Moral der Mitarbeiter kann mittels gutem Arbeitsumfeld, gutem Arbeitsklima und eventuellen Sonderzahlungen verbessert werden.

Gesundheit:Auf die Gesundheit kann mittels eines Firmenarztes geachtet werden. Außerdem kann man sportliche Aktivitäten (Fahrrad, Fußball, Volleyball) sowie gesundes Essen anbieten. Auch kann die Gesundheit der Allgemeinheit z.B. mittels Abgasfiltern in den Produktionsanlagen verbessert werden.

Menschlichkeit:Sollte ein Mitarbeiter einmal aufgrund psychischer oder physischer Probleme ausfallen, können dessen Aufgaben von Kollegen übernommen werden.

Für Interessierte:
Das Buch wurde vom US-amerikanischen Philosophen Michael J. Sandel verfasst. Er ist einer der Wegbereiter der kommunitaristischen Kritik am „philosophischen Liberalismus“ und kritisiert unter anderem die vorrangig wirtschaftliche Sicht der Menschen.
„Der Kommunitarismus diagnostiziert im Sinne der Postmoderne eine Krise moderner Gesellschaften (Entsolidarisierung; Werteverfall; Legitimitäts-, Identitäts- und Sinnkrise), als deren Ursache er einen radikalen, von der Ideologie des Neoliberalismus geförderten Individualismus ausmacht, um im Gegenzug die notwendige Rückbesinnung auf Bedeutung und Wert von Gemeinschaft (community) zu fordern.“ 
Günter Rieger: Kommunitarismus: Dieter Nohlen, Rainer-Olaf Schultze: Lexikon der Politikwissenschaft. Bd 1. 2.Aufl. Beck, München 2004

 

Stefan L.

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