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Es ist was faul im Staate Dänemark

01-Pohlmann-Socialstaten_DEFoto: Constantin Hansen, Slottet Kronborg, 1834, Statens Museum for Kunst. Wikimedia Commons   Im Jahr 2018 lag Dänemark mit seinen 5 einhalb Millionen Einwohnern noch auf Platz zwei. Überhaupt sind die Nordeuropäer sehr zufrieden. Auf den ersten vier Plätzen des Glücksindex wechseln sich Finnland, Dänemark, Norwegen und Island ab – und auch Schweden liegt auf Platz sieben. Dazwischen sind Holland und die Schweiz. Der Rest der Welt kommt danach. Fazit: Es geht den Leuten gut in Skandinavien. Das liegt am hohen Einkommen, einer langen Lebenserwartung und gut funktionierenden Sozialleistungen. Korruption ist in Skandinavien kein Problem, auch dort belegen die Länder...

Ibiza: Ein geostrategischer Coup

Die Achse „Wien-Moskau“ Mit Gudenus und Strache wurden die beiden Hauptarchitekten der Achse Wien-Moskau entfernt [2]. Gudenus war 2014 als Wahlbeobachter auf der Krim und erteilte der russischen „Annexion“ damit einen „Persil-Schein“ [3]. Im Dezember 2016 fädelte er das Abkommen zwischen Straches FPÖ und Putins Partei „Einiges Russland“ ein. Ein halbes Jahr später wurden die beiden durch eine angebliche russische Oligarchen-Nichte in die Falle gelockt und schließlich zu Fall gebracht. Strache forderte seit 2017 wiederholt den Austritt Österreichs aus der NATO-Partnerschaft [4] sowie den Austritt Europas aus der NATO [5]. „Die Alternative ist, unter amerikanischem geostra­te­gischem Kommando, das welche Interessen...

Nur aufgeklärter Kollektivismus kann uns noch retten

Der Individualismus kann die Menschheit nicht vor den Krisen schützen, in denen sie sich derzeit befindet. Individualismus ist dafür einfach nicht geeignet. Es gibt den weit verbreiteten Glauben, dass wir, wenn wir einfach alle kollektivistischen Impulse in unserer Gesellschaft eliminieren würden, alle unsere Probleme los wären. Also etwa, dass Regierungen, die so viel Blutvergießen und Unterdrückung verursachen, keinen Schaden mehr anrichten könnten, würden wir sie auf eine untergeordnete Rolle reduzieren oder gar ganz abschaffen, und dass dann auch Konzernmächte, die sich mit Regierungen verbünden, ihre Macht über den Einzelnen verlieren würden. Das Credo lautet: Lasst den Einzelnen für sich selbst...

Hongkong – der neue Systemkonflikt

Dieser Text wurde zuerst am 28.8.2019 auf den Nachdenkseiten unter der URL <https://www.nachdenkseiten.de/?p=54420> veröffentlicht und nachträglich vom Autor für Free21.org aktualisiert. Lizenz: Werner Rügemer   Die Heritage Foundation, einflussreicher Think Tank von US-Unternehmen, bezeichnete Hongkong im jährlichen Ranking jetzt zum 25. Mal als „freieste Wirtschaft der Welt“  [1] . Doch gemessen an Völkerrecht, Demokratie und den UN-Menschenrechten ist das Gegenteil der Fall. Gerade deshalb ist Hongkong für den moralisch und wirtschaftlich absteigenden Westen eine wichtige Bastion im Kampf gegen den neuen Hauptfeind, die wirtschaftlich erfolgreiche Volksrepublik China. 1997: Die Kolonie wird an China zurückgegeben 1997 musste das britische Commonwealth seine...

Die Welt am Scheideweg

In diesen Tagen [September 2019. Anm. d. Red.] wird eine weitere, die 74. Sitzung der UN-Vollversammlung  und damit traditionell die internationale politische Saison eröffnet. Die Sitzung beginnt vor dem Hintergrund eines tief symbolischen historischen Moments. Im nächsten Jahr werden wir große und zusammenhängende Jubiläen feiern – 75. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg, Zweiten Weltkrieg und der Schaffung der Vereinten Nationen. Indem man die geistlich-sittliche Bedeutung dieser Daten begreift, sollte man sich auch an den epochalen politischen Sinn des Sieges im grausamsten Krieg in der ganzen Geschichte der Menschheit erinnern. Die Zerschlagung von Faschismus 1945 war von grundlegender Bedeutung...

Triumphalismus und Totalversagen

30 Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges ist die Welt in einem schlimmen Zustand. Dass die einzigartige historische Chance nicht genutzt wurde, um die Atomwaffen abzuschaffen und eine internationale Friedensordnung zu errichten, war kein Naturereignis, sondern das Ergebnis katastrophaler Politik. Sie muss beendet werden, wenn es eine Zukunft geben soll. Der 9. November 1989 war eine Zeitenwende. Die Ereignisse in den Wochen vor dieser Nacht, in der die Mauer besetzt und dann bedeutungslos wurde, entwickelten sich mit einer Rasanz, die jede Planung zur Makulatur machte. Im Tagesrhythmus mussten Politiker ihre Strategien anpassen, eine unglaubliche Nachricht jagte die nächste. Es...