Biorama
Es grünt so grün wenn Green Events aufblühen
Hier im Neustädter Bürgermeistergarten steigt am 8. Juni das Invasion Open-Air
Wie grün ist unser Open-Air am 8. Juni im Wiener Neustädter Bürgermeistergarten? Überraschende Erkenntnis: Wir sind weniger grün hinter den Ohren als gedacht.
Mittlerweile gehört die Ausrichtung von Green Events, egal ob Meeting oder Sportevent zum guten Ton. Seit 2012 ist es auch möglich Veranstaltungen zertifizieren zu lassen und sich das österreichische Umweltzeichen auf die Fahnen (oder eben Drucksorten) zu heften. Frei nach „Tue Gutes und rede darüber“ finde ich das auch ganz in Ordnung.
Schlussendlich liegt es zum Teil ganz offensichtlich an der Größe der Veranstaltungen, aber auch schlichtweg am Zugang, wie mir scheint. Das Triebwerk veranstaltet alle paar Jahre mal ein Open-Air Konzert und anscheinend waren wir schon grüner (im ökologischen Sinn) als viele andere Veranstalter, bevor es hip wurde, grün zu sein. Foreneinträge von vermeintlichen Eventmanagern zu lesen, die sich darüber mokieren, dass sie von einem Magistrat vorgeschrieben bekommen, Mehrweggebinde für Getränke und Speisen verwenden zu müssen, finde ich bedenklich.
Wie soll eine annähernd umfassende ökologische Einstellung langfristig – zumindest in der nächsten Generation – reifen, wenn die Jugendlichen bei Open-Air Festivals ihr Junk Food mit Plastikgabeln vom Pappteller zu sich nehmen und ihre Getränke aus Einwegbechern trinken – und das zu tausenden?!
Zugegebenermaßen bewegen wir uns mit unseren Veranstaltungen am unteren Ende der Größenordnung was Events angeht. Natürlich ist es einfacher 500 Besucherinnen und Besucher eines kleinen lokalen Open-Air Konzerts relativ ökologisch zu versorgen. Als Location ist der Bürgermeistergarten in Wiener Neustadt geradezu prädestiniert für Green Events. Der Park liegt in der Innenstadt und somit sind Parkplätze Mangelware, was in dem Fall nicht wirklich negativ ins Gewicht fällt. Aufgrund der Lage ist er perfekt zu Fuß zu erreichen, im Umkreis von 200 Metern gibt es drei gut ausgebaute Radabstellanlagen und der Weg vom Bahnhof ist in knapp 15 Minuten zu bewältigen. Als (wichtigen) Bonus ist der Park auch barrierefrei zugänglich. Da der Bürgermeistergarten über eine Natursteinbühne verfügt, fällt schon mal der gesamte Bühnenunterbau weg. Die Firma, die die Bühne liefert und aufbaut, muss somit schon erheblich weniger Zeug durch die Gegend kutschieren. Ein weiterer Vorteil der Location: Die auftretenden Bands können nach dem Spektakel per Pedes in die Unterkunft gehen.
2011 war das 15-Jahre Triebwerk Open-Air – und das war schon grüner als gedacht
Dass wir auf Mehrweggebinde vertrauen und die Finger von Einwegbechern etc. lassen, versteht sich von selbst. Der unweigerlich entstehende Müll wird getrennt in Kunststoffe, Metall, Papier und Restmüll. Die Abfallwirtschaft Wiener Neustadt liefert die Behälter und holt sie auch wieder ab, Entleerungskosten werden nur für den Restmüll in Rechnung gestellt, der Rest ist quasi Service. Gut so, danke! Obwohl die meisten Festivalbesucher gratis Give-Aways selbstredend klasse finden, verzichten wir darauf, Einweg-Kunststoffponchos des Mobilfunkbetreibers XY, aufblasbare Hände der Bank XY oder ahnliches zu verteilen. Sind wir uns ehrlich – es ist One-Way-Firlefanz… und wo dieser eine Weg hinführt ist klar: in den nächsten Mistkübel.
Aber wie schon gesagt, es ist sicher einfacher kleine Veranstaltungen grüner zu machen als die ganz großen Brocken. Trotzdem ergeben sich auch für die kleinen Festivitäten Probleme – wenn einer der wenigen Sponsoren abspringt, weil du ihm nicht die Möglichkeit bietest, seinen in China produzierten Müll zu verteilen, dann kann das schnell auch das mögliche Aus für die ganze Veranstaltung bedeuten. Als nicht kommerziell ausgerichteter Veranstalter haben wir es da natürlich einfacher. Wir verzichten ganz auf Sponsoren und sind noch immer davon überzeugt, dass die Musik kein Sponsoring braucht – nur die Musikindustrie.
Norbert (Booking und Bereichsleitung Jugend- und Kulturhaus Triebwerk)
Manifest zur Neuausrichtung der Landwirtschaft
Immer mehr Bäuerinnen und Bauern sehen in den Abhängigkeiten von der Politik, den großen Agrarkonzernen und dem Handel eine große Gefahr für eine positive Entwicklung der heimischen und internationalen Landwirtschaft. Nun haben sich die ersten Bauern zusammengeschlossen und gemeinsam mit Vertretern der Universität für Bodenkultur Wien und der Bio Forschung Austria ein MANIFEST ZUR NEUAUSRICHTUNG DER LANDWIRTSCHAFT verfasst. Züchtungsmethoden, Tierhaltung, Pestizideinsatz und vor allem die Verantwortung des Konsumenten werden dabei kritisch betrachtet.
Die allgemeine und speziell die ökologische Situation der österreichischen Landwirtschaft ist vergleichsweise gut, doch der Weg führt in eine Sackgasse, daher wird es höchste Zeit, sich mit den Alternativen des bestehenden Landwirtschaftssystem zu beschäftigen. Für eine nachhaltige Zukunft der Landwirtschaft zum Wohle von Mensch, Tier, Pflanze, Boden und Wasser muss Folgendes in den Fokus rücken, ins Bewusstsein gebracht und schließlich in die Tat umgesetzt werden:
Die Züchtungsmethoden bei Pflanze und Tier basieren immer mehr auf Hybridarten bzw. gentechnisch veränderten Organismen. Dadurch entsteht eine enorme Abhängigkeit der Landwirte von wenigen großen Züchtungsunternehmen. Der Trend in der Züchtung ist unter anderem dadurch gekennzeichnet, dass die Vermehrungsfähigkeit für Saatgut und Tiere verloren geht und dem Landwirt die Möglichkeit eigenes Saatgut oder Zuchtvieh zu erhalten, abhanden kommt. Dies ist durchaus gewollt, damit der Landwirt auch jedes Jahr erneut Saatgut zukaufen muss. Der Bauer – dessen Berufsbezeichnung übrigens vom Wort “anbauen” kommt - verliert dadurch sein wichtigstes Produktionsmittel. Die Abhängigkeit der Landwirtschaft von den großen Saatgutproduzenten und Züchtungsunternehmen ist für die zukünftige, gedeihliche Neuausrichtung der Landwirtschaft hinderlich und sollte reduziert werden.
Es gibt Züchtungsalternativen mit dem entscheidenden Vorteil, dass dann Saatgut und Zuchtvieh auch reproduzierbar und fertil gehalten werden. Diese müssten allerdings von der Gesellschaft durch Forschung, Preisgestaltung und Steuern gestützt werden, um auch ökonomisch konkurrenzfähig zu sein.
Der Einsatz von Pestiziden muss auf seine Notwendigkeit oder auch Unerlässlichkeit im Einzelnen immer wieder einer Neueinschätzung unterzogen werden. Nach Meinung der Experten sind sehr viele Pestizide durch einfache Maßnahmen in der praktischen Landbewirtschaftung wie angepasste Fruchtfolgen und Bodenbearbeitung ersetzbar, womit viele Pestizide keine Daseinsberechtigung mehr hätten. Die alternativen Maßnahmen in der Landbewirtschaftung müssten aber ebenfalls nicht nur von der Gesellschaft gewünscht, sondern auch von der Politik entsprechend gefördert werden. Auch hier geht es um die Reduktion von Abhängigkeit, in diesem Fall von der chemischen Industrie.
Es ist unerlässlich für das Gedeihen der zukünftigen Landwirtschaft, dass Humus aufgebaut und erhalten wird. Das geschieht v. a. durch Vielfalt in der Fruchtfolge, organische Düngung und eine angepasste sanfte Bodenbearbeitung. Das Förderwesen sollte sich daher auf diese Ziele konzentrieren und andere wie Investmentförderungen für Maschinen und Ställe hintanstellen, weil diese hauptsächlich dem Handel nützen.
Die Bauern, Vertretern der Universität für Bodenkultur Wien und der Bio Forschung Austria glauben, dass die ausschließliche Berufung auf die Wissenschaft bei landwirtschaftlichen Fragestellungen keine befriedigenden Ergebnisse liefert. Es ist laut ihnen mit entsprechenden Geldmitteln fast alles wissenschaftlich beweisbar. Wissenschaftliche Studien, die von Firmen und Konzernen mit entsprechenden wirtschaftlichen Interessen finanziert werden, können nicht objektiv sein. Die Intelligenz der Bauernschaft wird weit unter Ihrem Wert geschlagen, wenn sie sich der vermeintlichen Autorität der Wissenschaft kritiklos unterwirft. Das schadet der eigenen Problemlösungskapazität. Mehr Augenmerk auf die Objektivität von nicht interessengesteuerten wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Wohle von Mensch, Tier, Pflanze, Boden und Wasser im Landbau und vermehrt „on farm research“ bei den Bauern mit den Bauern wäre nötig.
Die Tierhaltung von Hühnern, Schweinen und Rindern ist zwar gesetzlich geregelt, trotzdem vertreten die Experten die Meinung, dass einiges bei Zucht, Haltung und Fütterung zum Wohle der Tiere geändert werden soll, im Sinne der artgerechten Tierhaltung. Dabei ist vor allem der Konsument gefordert. Zum Beispiel wäre für ein kg Hühnerfleisch ca. das Doppelte zu zahlen, wenn das Leben dieses Huhnes von seiner Zeugung bis zum Tod „optimal“ verlaufen würde. Die Neuorientierung der Landwirtschaft wird ohne Zutun und Beitrag des Konsumenten nicht gelingen, denn der Bauer muss von seinem Beruf leben können.
Die Expertengruppe weist vor allem darauf hin, dass alles Genannte im Besonderen in den Entwicklungsländern gilt. Dort sind bis zu 80% der Menschen von der Landwirtschaft abhängig und daher ist ihr Stellenwert noch ein ungleich höherer. Fehler in der Landbewirtschaftung führen deshalb viel schneller zu sozialpolitischen Katastrophen. Die Menschen dort wollen nichts anderes als vor Ort von ihren Landwirtschaften leben und flüchten nur in äußerster Not in höher entwickelte Länder. Man kann einiges dazu beitragen, ihre Situation im Heimatland zu verbessern, indem man sie berät und mit Ihnen kooperiert ohne in erster Linie Geschäftsinteressen zu verfolgen.
Im Großen und Ganzen ist man sich einig, dass es bei der „Neuausrichtung der Landwirtschaft“ um ein permanentes kritisches Hinterfragen und Korrigieren von Abhängigkeiten der Landwirtschaft von Handel, Politik, chemische Industrie und Wissenschaft, die - nicht immer mit lauteren Mitteln – vorgeben zu wissen, was für die Landwirtschaft der Zukunft gut ist und dabei aber den eigenen Vorteil im Auge haben.
Dieses System der Abhängigkeiten zu durchbrechen und schrittweise abzubauen bedeutet aber vermehrt Eigenverantwortung zu übernehmen und die Gesellschaft, das heißt die Konsumenten, in diese miteinzubeziehen.
Teilgenommen an der Erstellung des Manifests hat der Vorstand des Verbands biologischer Ackerfrüchte mit Alfons Piatti, Peter Krischke, Michael Piatti-Fünfkirchen, Johannes Niedermayer, Robert Harmer, Andreas Schmid, Arthur Schmidt und Georg Thurn-Vrints. Außerdem der Obmann des Demeterbunds Österreich, Andreas Hörizauer, Thomas Lindenthal von der Universität für Bodenkultur Wien und Ludwig Maurer, der Obmann von Bio Forschung Austria.
Patschenkino 24.5. bis 30.5.
Bewusst leben. Bewusst fernsehen und Radio hören. Ausgewähltes für Heimkino und Radioempfangsgerät vom 23. bis zum 30. Mai 2013.
Freitag, 24.05.
17:00 Bayrischer Rundfunk // Stille Wasser sind tief (TV)
Die Adelholzener Alpenquellen im Chiemgau sind der älteste Mineralbrunnen Bayerns. Seit 1907 ist das Unternehmen im klösterlichen Besitz. Wie sind Schwesternorden und modernes Unternehmen vereinbar? Der Film schildert das Leben in Adelholzen, einem Ort, zu dem das Mineralwasser gehört wie die Kirche zum Dorf.
17:10 Servus TV // Moderne Wunder (TV)
Das mexikanische Essen ist weltweit bekannt und beliebt. Moderator Bobby Bognar reist nach Mexiko, um mit einem Profi ein klassisches
Gericht auf echtem Vulkanstein zuzubereiten und einigen Geheimnissen der traditionell mexikanischen Küche auf den Grund zu gehen.
18:25 Servus TV // Europas hoher Norden (TV)
Auf einer Reise durch Island – das Reich der Vulkane und eine Insel voller Mythen, Sagen und Geheimnisse. Hier findet sich der
berühmte Eyjafjallajökull, der bei seinem Ausbruch den weltweiten Flugverkehr lahm legte. Wir lernen seinen Besitzer kennen, den Landwirt Hauksson, auf dessen Landbesitz der Vulkan steht.
20:15 3Sat // Krank aus der Klinik (TV)
Patienten kommen nach Operationen immer früher aus dem Krankenhaus. Manche werden entlassen, obwohl die Wunden noch nicht verheilt sind oder sie sich nicht alleine versorgen können. Je früher die Kliniken die Patienten entlassen, desto mehr Kosten können sie sparen. Die Dokumentation zeigt Schwachstellen im Gesundheitssystem.
Samstag, 25.05.
17:05 Ö1// Diagonal (Radio)
Ein Portrait von Belgrad, einer der größten Städten in Südosteuropa. In der einstrigen Metropole von Jugoslawien waren viele Regierungs-,
Verwaltungs- sowie Wohnviertel geplant, die Moderne mischt sich nun hinein. Heute ist Belgrad der politische, kulturelle und wirtschaftliche Mittelpunkt Serbiens und seit jeher ein Tor zwischen Ost und West.
18:00 3Sat // über:morgen (TV)
Die Ansprüche an unser Essen steigent stetig. “Nutrigenomik” heißt das Schlagwort – die auf Genomforschung basierende individualisierte Ernährung. Doch wer zu sehr auf wissenschaftliche Lösungen setzt, macht die Rechnung ohne den Verbraucher, denn dieser will vor allem Natur auf dem Teller. “Nachhaltigkeit”, “Regionalität” und “Bio” sind das Standardvokabular in der aktuellen Ernährungsdiskussion.
19:30 arte // 360° – Geo Reportage (TV)
Angola ist nach Jahrzehnten des Bürgerkriegs im Umbruch. Das Land gehört zu den fruchtbarsten Regionen Afrikas, doch im Krieg wurden die Bauern vertrieben und Dörfer zerstört, Hunger wurde ein großes Problem. Bis heute muss ein Großteil der benötigten Lebensmittel aus dem Ausland importiert werden. Dafür ist eine funktionierende Bahn von Bedeutung, die aber seit den 80ern zerstört ist. Man hofft auf einen Wiederaufbau.
Sonntag, 26.05.
10:25 Pro7 // Unsere Erde (TV)
Die englisch-deutsch-amerikanische Co-Produktion aus dem Jahr 2007 zeigt Aufnahmen unseres Planeten und seiner vielfältigen Tierwelt. Auf einer bildgewaltigen Reise quer durch die Klimazonen begegnet man Eisbären-, Elefanten- und Buckelwalfamilien beim Kampf ums Überleben.
16:00 Pro7 // Unser Leben (TV)
Der Dokumentarfilm zeigt Tiere wie die Weddelrobbe, Riesenkraken und den japanischen Schneeaffen in ihren natürlichen Lebensräumen. Eindrucksvolle Landschaften quer über den Planeten ergänzen die Darstellung unseres Lebens auf der Erde.
16:00 SWR // Die größte Tierwanderung der Welt (TV)
Der Zug der Tiere bei der größten Tierwanderung ist 40 Kilometer lang. Alljährlich wandern Millionen von Weißschwanzgnus und hunderttausende Zebras quer durch die Serengeti und zurück, dabei sind die unterschiedlichsten Tierrassen dabei. Die Filmautoren Vita und Rolf Köster haben sich der Wanderung angeschlossen.
19:15 Pro 7 // Green Seven Report 2013 (TV)
Die Öko-Krieger sind Menschen, die für den Naturschutz kämpfen und bereit sind, dafür alles aufs Spiel zu setzen und bis über ihre Grenzen hinaus zu gehen. Ihr Leben und Alltag wird in der Reportage portraitiert, denn sie zahlen für ihre Ideale einen hohen Preis. Halsbrecherische Touren, körperlicher Einsatz und monatelanges Leben in abgelegenen Gebieten gehören dazu.
21:15 Servus TV // Hafenwelten (TV)
Cádiz – der Hafen des Lichts liegt in einer der ältesten Städte Europas. Bei einem Besuch in der Hafenstadt, die lange Zeit das Tor zur neuen Welt für Seefahrer und Entdecker war, begegnet man dem modernen Leben, das inzwischen auch hier Einzug gehalten hat. Weinproben vor allem von Sherry, der Spezialität aus dem nahe gelegenen Jerez, und Thunfischjagd zusammen mit den Einheimischen stehen auf dem Programm.
Montag, 27.05.
19:25 ZDF // Wiso – Magazin (TV)
Beleuchtung des Medizintourismus, inklusive seiner Kosten und Risiken. Das Geschäft mit billigeren Behandlungen in anderen Ländern boomt, doch wie sicher ist Medizintourismus?
20:15 Servus TV // Bier on Tour (TV)
Die Doku-Soap über Bier geht der Frage nach, was wir mit dem vermeintlichen Abfällen aus dem Brauprozess anfangen können. Sie eignen sich nämlich hervorragend als Kochzutaten.
Dienstag, 28.05.
Themenabend auf arte: Strände in Gefahr!
12:00 Servus TV // Moderne Ruinen (TV)
Fordlandia – Henry Fords Utopia im Amazonas – wurde Ende der 1920er Jahre mitten im Dschungel Brasiliens geschaffen. Eine Musterstadt: Einfamilienhäuser, ein Krankenhaus und Kleinindustrieanlagen. Hauptsächlich wurde Kautschuk angebaut, der dem Autohersteller für die Reifenproduktion diente. Doch trotz Millioneninvestitionen scheiterte das Projekt, und wurde zu einer modernen Ruine.
19:05 Ö1 // Dimensionen (Radio)
Multilokales Wohnen, also Wohnen an mehreren Orten, existiert schon seit jeher. Bauern, Seefahrer, Handwerker mussten schon vor langer Zeit ihre Wohnorte des Öfteren wechseln, doch in den vergangenen Jahren ist die Anzahl der multilokal Wohnenden explodiert – Kinder getrennter Eltern, Akademiker, Manager etc. – das ständige Reisen ist ein Alltagsbestandteil für viele geworden. Soziologen erforschen das Phänomen und die Konsequenzen für Städte und Gesellschaften nun im Detail.
20:15 ZDF // Mythos Everest – Gipfelsturm auf dem Dach der Welt
Die Dokumentationsreihe widmet sich dem eindrucksvollen Berg und Reinhold Messner, zum 60. Jahrestag der Erstbesteigung. Wie viel Alpintourismus kann der Gipfel noch vertragen?
20:15 arte // Sand – Die neue Umweltzeitbombe (TV)
Sand ist Bestandteil vieler Alltagsprodukte, häufiger noch als Erdöl. Der größte Bedarf entsteht jedoch in der Bauindustrie, die den Sand aus Flussbetten und bald sogar vom Meeresboden abbaut. Der Dokumentarfilm erläutert die Wertschöpfungskette und entlarvt eine soziale und ökologische Katastrophe.
Mittwoch, 29.05.
13:05 arte // Indien: Die Frauen wehren sich (TV)
Seit die Studentin Jyoti Singh in Indien so brutal vergewaltigt wurde, dass sie schließlich an ihren Verletzungen starb, ist Indien in Aufruhr und in Diskussion. Wie die Empörung über diese Tat wird das Land verändern wird.
20:15 Servus TV // Terra Mater (TV)
Dokumentationsreihe über die wilden Hunde Australiens: Dingos. Vor ca. 5000 Jahren kamen sie mit den Menschen nach Australien, einige davon verwilderten und sind heute als Dingos bekannt. Doch die Bezeichnung ist nicht eindeutig – Forscher versuchen nun, den Dingo durch sein Verhalten zu definieren.
21:00 Ö1 // Salzburger Nachtstudio (Radio)
Wege zum gesellschaftlichen Wandel werden diskutiert, denn unsere Wachstumsökonomie führt in die Sackgasse. Niemals schaffen sie die Balance zu nachhaltigem Ressourcenverbrauch für alle. In der Postwachstumsökonomie fordert der an der Universität Oldenburg lehrende Nico Paech eine Veränderung unserer persönlichen Lebensstile und zeigt dafür verschiedene Ansätze.
Donnerstag, 30.05.
14:55 3Sat // Plitvice – Land der fallenden Seen (TV)
Plitvice, das sind 16 “fallende” Seen in Kroatien, in spektakulären Terrassen angeordnet und durch unzählige Wasserfälle und Stromschnellen verbunden. Sie bilden den ersten Nationalpark Europas. Ein biologischen Phänomen ist für die Seenlandschaft verantwortlich: Das stark mit Kalk angereicherte Karstwasser aus dem Gebirge lagert sich an Moosen ab, Pflanzen und Kalk bilden ein spezielles Gestein – Travertin. In Plitvice wird also Wasser zu Stein.
22:35 arte // Malaria – Endlich ein Impfstoff? (TV)
Malaria ist eine leider immer noch weit verbreitete Krankheit. Das vom Arzneimittelriesen GlaxoSmithKline zusammen mit der Bill & Melinda Gates Foundation entwickelte Serum wäre der erste Malaria-Impfstoff der Welt. Das Präparat wurde bereits in afrikanischen Ländern getestet und erste Ergebnisse sind veröffentlicht. Doch konkurrierende Forscherteams prophezeien jedoch, dass der Impfstoff über die Zeit seine Wirkung verlieren wird und kritisieren, dass der Impfstoff nur auf Druck der Konzerne so schnell auf den Markt kam.
23:15 ARD // Die Ausbildung (TV)
Ein Drama aus deutscher Produktion zeichnet ein gnadenloses Bild unserer modernen Arbeitswelt. Kurz vor dem Ende seiner Ausbildung verliebt sich ein junger Mann in seine Kollegin. Doch der Kampf um Anerkennung ist hart, denn Kündigungen und Mobbing stehen in der Firma auf der Tagesordnung.
Der gute Weg
Gemeinde Gablitz
Fairtrade-Gemeinden gibt es auf der ganzen Welt – in Österreich sind es mittlerweile an die 90, in Österreich über 140. Vielleicht lebst auch du in einer davon?
»Da ich oft das Gefühl habe, dass wir auf Kosten der armen Menschen leben, möchte ich bewusst auf fair gehandelte Produkte setzen, damit immer mehr Menschen dafür sensibilisiert werden, dass nur ein fairer Weg ein gutes Miteinander ermöglichen kann«, ist Rosi Gmeiner aus der Fairtrade-Gemeinde Großriedenthal in Niederösterreich überzeugt. So wie sie denken offensichtlich immer mehr Menschen. Denn die Anzahl der Fairtrade-Gemeinden in Österreich wächst – und folgt damit einem internationalen Trend: In den letzten 13 Jahren wurden 1.200 Gemeinden in 24 verschiedenen Ländern zu Fairtrade-Gemeinden ernannt. Eine Fairtrade-Gemeinde hat dabei nichts mit Religion oder Kirche zu tun, wie der Name vielleicht vermuten lässt. Vielmehr geht es um politische Gemeinden, die sich auf freiwilliger Basis für den fairen Handel engagieren wollen. Das Projekt geht von der Organisation Fairtrade aus, die fair gehandelte Waren mit einem Sozialsiegel auszeichnet. Wenn eine Gemeinde bestimmte Kriterien erfüllt, wird sie als Fairtrade-Gemeinde, Stadt, Bezirk oder Region ausgezeichnet.
Bottom-up-Strategie
Diese Kriterien sind international festgelegt. Will eine Gemeinde Fairtrade-Gemeinde werden, muss sie fünf Ziele erfüllen: Sie muss sich anhand einer Resolution zum fairen Handel bekennen, eine Fairtrade-Arbeitsgruppe gründen, Lobbying innerhalb der Gemeinde betreiben und die Verwendung von Fairtrade-Produkten forcieren. Das mag für manche Menschen nach Ideologie klingen – doch der faire Handel stützt nachweislich ein gerechteres Welthandelssystem im Sinne einer Bottom-up-Strategie: Von der regionalen Ebene aus (geändertes Konsumverhalten) soll ein allgemeiner Wandel (gerechteres Weltwirtschaftssystem durch faire Preise für die Produzenten) erfolgen. »Fairtrade-Gemeinden positionieren sich entwicklungspolitisch und setzen so ein Zeichen für die weltweite Armutsbekämpfung«, betont Hartwig Kirner, Geschäftsführer von Fairtrade Österreich.
Gemäß dem Motto »Think global, act local« handelte vor über zehn Jahren auch Bruce Crowther. Er initiierte gemeinsam mit Mitstreitern das Fairtrade-Towns-Projekt: im Jahr 2000 ernannte sich Garstang in England zur ersten Fairtrade-Stadt weltweit. In Österreich startete das Projekt sieben Jahre später. Am 19.04.2007 wurde der Wiener Bezirk Wieden zum ersten Fairtrade-Bezirk des Landes ernannt. Mit Mönichkirchen und Wiener Neustadt folgten bald danach die ersten Fairtrade-Gemeinden. Mittlerweile gibt es diese Gemeinden in vier Bundesländern: in Nieder- und Oberösterreich, der Steiermark und Wien. Gemessen an der Größe des Landes ist das ein beachtlicher Erfolg für den fairen Handel. In Deutschland, wo 2009 die ersten Fairtrade-Towns ernannt wurden, sind es mittlerweile rund 140, in der Schweiz ist das Projekt noch in der Planungsphase.
Illustration Nana Mandl
Keine Konkurrenz für regionale Bauern
Wie wird man nun aber Fairtrade-Gemeinde? Zunächst einmal müssen die Entscheidungsträger der Gemeinde von der Idee des fairen Handels überzeugt werden. Diese Überzeugungsarbeit ist nicht immer leicht, wie Adrie Danner aus eigener Erfahrung weiß. Sie berät seit September 2012 Gemeinden im Bundesland Salzburg: »Es gibt manche Gemeinden, die sich keinem Siegel verpflichten wollen. Dann höre ich auch immer wieder das Argument, dass die Gemeinden die regionalen Bauern unterstützen möchten, anstatt Produzenten am anderen Ende der Welt. Ich erkläre ihnen dann, dass durch Fairtrade keine Konkurrenz besteht, weil es sich bei Fairtrade-Produkten um Waren handelt, die bei uns aufgrund des Klimas nicht oder nicht in ausreichender Menge produziert werden können. Dadurch werden diese Einwände meist entkräftet“. Und das mit Erfolg: Adrie Danner hat bereits drei Gemeinden im Bundesland Salzburg davon überzeugt, eine Resolution zu verabschieden. Hallein wird noch 2013 die erste Fairtrade-Gemeinde Salzburgs werden. Die Stadt Salzburg und die Gemeinde Oberndorf sollen folgen.
Im Fairtrade-Towns-Projekt geht es aber nicht nur um ein Umdenken in Sachen Konsumverhalten, sondern auch um Bewusstseinsbildung. Überall in den Fairtrade-Gemeinden gibt es regelmäßig Vorträge, Workshops, Feste und Infoveranstaltungen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, den fairen Handel zu bewerben. Die Fairtrade-Gemeinde Perchtoldsdorf hat beispielsweise ein Fußballspiel organsiert. Dieses lief allerdings alles andere als fair ab – und das mit voller Absicht: Ein Zweierteam schlüpfte in die Rolle der Länder des Südens und musste in Unterzahl gegen acht Gegenspieler antreten, die wiederum in die Rolle der Länder des Nordens schlüpften. Auch die Spielbälle waren unterschiedlich groß – natürlich zu Lasten der südlichen Länder. Mit dieser Aktion wollte Perchtoldsdorf auf die ungerechte Verteilung der Ressourcen zwischen Nord und Süd aufmerksam machen. Wer letztendlich gewonnen hat, ist nicht überliefert. Sicher ist jedoch: Das Spiel endete mit einem Handschlag und dann wurde gemeinsam gefeiert.
Redesign the market – Umgestaltung am Kaiser-Josef-Platz
Neudesign am Kaiser-Josef-Platz in Graz
(Alexander Rauch Photography)
Design meets Bauernmarkt: Im Rahmen des „Designmonat Graz“ wurde dem traditionsreichen Bauernmarkt am Kaiser-Josef-Platz ein Redesign verpasst. Etiketten wurden neu gestaltet, Verpackungen gebastelt, Leuchtkästen aufgestellt, Verkaufsflächen entworfen, Miniaturwelten geschaffen und Designer in Hirschkostüme gesteckt. BIORAMA hat Xaver Kettele, Organisator des einzigartigen Projekts, interviewt.
BIORAMA: Warum wurde gerade der Kaiser-Josef-Markt in Graz für dieses Projekt ausgewählt?
Kettele: Eigentlich wurde das Konzept für den Bolhoa Markt in Porto entwickelt. Dieser traditionelle Markt sollte einer Parkgarage weichen. Um das Bewusstsein für diesen Markt wieder zu erhöhen, sollten lokale DesignerInnen Konzepte aus vorhandenen Materialien für die meist armen VerkäuferInnen kreieren. Auf Grund diverser Hürden ist es aber leider nie zur Umsetzung gekommen. Glücklicherweise ist auch der Umbau zur Parkgarage nie passiert.
Wir glaubten aber an das Konzept glaubten und wollten es umsetzen, daher haben wir uns nach Alternativen umgesehen. Die meisten von uns stammen aus Graz, da hat es sich angeboten den Kaiser-Josef-Markt als Veranstaltungsort zu nehmen. Dieser Markt existiert seit mehr als 120 Jahren und zieht Personen aus allen Einkommens- und Alterschichten an. Der Kaiser-Josef-Markt ist – wie jeder Markt – ein Ort des Austausches und das wollen wir nutzen: den Austausch zwischen DesignerInnen und StandbetreiberInnen und weiterführend zwischen StandbetreiberInnen und ihren Kunden .
Wie waren die Reaktionen auf das Neudesign?
Die Kunden haben alle positiv auf die Veränderungen regiert und die liebevolle Ausarbeitung gelobt. Da es am Tag der Veranstaltung stark regnete war die Aufmerksamkeitspanne der Kunden leider eher kurz.
Interessanter waren die Reaktionen der anderen Standbesitzer. Das Interesse an der Aktion war sehr stark, obwohl im Vorhinein nicht alle Standbetreiber mitmachen wollten. Doch am Veranstaltungstag wurde alles genau hinterfragt und begutachtet, um zu sehen ob man sich selber was abschauen kann. Teilweise wurden die Veränderungen auch negativ aufgenommen, meist waren die teilnehmenden Bauern und Bäuerinnen aber so stolz auf ihre Neuerungen, dass sie diese auch tatkräftig verteidigten.
Worauf wurde bei den Designs besonders Wert gelegt?
Die Zugänge der Designer waren aber ganz unterschiedlich. Meist war das Ziel der Designer eine Verschönerung der Verpackung und der Präsentation. Meist wurde dazu auf klassische Drucktechniken zurückgegriffen. Es gab aber auch ganz andere Ansätze: Die drei Architekten von „Die Lieferanten“ zum Beispiel versuchten eine Verbindung zur Produktion zu schaffen und brachten ein Segel aus Flies, mit dem auch Gewächshäuser bespannt sind, über dem Marktstand an, während Tobias Zotter versuchte, die Landschaft in Miniaturform auf den Markt zu bringen. Was alle gemeinsam hatten war die Zusammenarbeit mit dem Bäuerinnen und Bauern um eine neue Perspektive zur Unterstreichung der Produkte und ihrer Qualität zu schaffen. Es gab Ansätze die alltagstauglicher waren als andere, aber jedes Konzept ist nennenswert.
Werden die Stände auch in Zukunft mit den neuen Designs arbeiten?
Es gibt 5 Stände, die die Konzepte der DesignerInnen weiterverwenden werden. Hier sind die DesignerInnen beauftragt worden die Konzepte für alle Produkte umzusetzen.
Wer waren die Designer, die in dem Projekt involviert waren und was war ihre Motivation?
Die Bandbreite der Designer reichte von jungen Studententeam Pipifein, über das Architektenteam „Die Lieferanten“, bis hin zu einigen kleinen renommierten Studios wie Wald und Schwert, 0717 oder auch Tobias Zotter der schon als Art Director bei Demner, Merlicek & Bergmann tätig war.
Einer der wichtigsten Motivationsfaktoren war sicher der Ort der Veranstaltung. Viele der Designer kaufen regelmäßig am Markt ein und haben deshalb auch eine besondere Verbindung dazu. Einige waren aber auch nur vom Konzept und der Möglichkeit etwas anderes auf einem so traditionellen Markt zu machen angetan. Gerade die geringen Vorgaben von unserer Seite und die Gestaltungsfreiheit waren große Anreize zum Mitmachen.
Wird es bald eine Veranstaltung mit ähnlichem Format geben?
Auf Grund des guten Feedbacks wird es sicher eine weitere Veranstaltung dieser Art geben. Da es in fast jeder Stadt traditionelle Marktplätze gibt, gibt es ja auch mehr als genügend Möglichkeiten. Das nächste Mal werden sich auch sicher auch mehr Standbetreiber finden, die teilnehmen wollen.
Photos: Alexander Rauch Photography
8. Designsymposium der FH Vorarlberg
Die Nachhaltigkeitsbewegung hat auch die Design- und Kommunikationsbranche erfasst. Doch was versteht man unter “Nachhaltiger Kommunikation”? Die grafische Gestaltung von Zukunftsszenarien muss ansprechend sein und Aufmerksamkeit erregen. Das Designsymposium an der FH Vorarlberg widmet sich am 6. und 7. Juni 2013 mit dem Schwerpunkt auf Informationsgrafik Fragen und Herausforderungen der nachhaltigen Kommunikation.
Florian Saenger (Bild: FH Vorarlberg)
In Vorträgen, Workshops und einer kleinen Ausstellung geht das Designsymposium der Frage nach, welche Anforderungen Nachhaltigkeit an die Design- und Kommunikationsbranche stellt und wie Zukunftsszenarien aufmerksamkeitsstark grafisch gestaltet werden können. Die Herausforderung besteht darin: Es muss auf etwas aufmerksam gemacht werden, das nicht im Hier und Jetzt, sondern erst in der Zukunft passiert, nämlich die Auswirkungen nachhaltigen Handelns. Dafür sind außergewöhnliche, bildhafte und symbolische Elemente nötig. Provokation und Humor müssen gezielt eingesetzt werden um die Ziele der nachhaltigen Kommunikation zu erreichen, zu inspirieren und Handlungsimpulse zu geben.
Das Designsymposiom an der FH Vorarlberg findet bereits zum 8. Mal statt. In Vorträgen, Workshops und einer kleinen Ausstellung werden an zwei spannenden Veranstaltungstagen Ideen präsentiert und diskutiert. Der globalen Herausforderung werden durch Beiträge über Datenvisualisierung, Formulierung von Nachhaltigkeitsstrategien, Informationsreduktion durch Crowd-Design-Strategien und vieles mehr Impulse gegeben.
Die Anmeldung zum Symposium ist bis 2. Juni unter: veranstaltungen.fhv.at/designsymposium möglich.
Frau im Wolfspelz
BILD Karin Wasner
An den Wänden hängen Bilder von Indianern, Wölfen und Vorfahren. Auf dem Sofa sitzt Käthe Recheis, die Autorin, zu deren Leben das alles gehört. Ein Besuch wie eine Reise.
BIORAMA: Der indianisch-amerikanische Autor Joseph Bruchac hat Ihnen den indianischen Namen Molse-Mawa gegeben. Was bedeutet dieser Name und vor allem: Was bedeutet er Ihnen?
Käthe Recheis: Er bedeutet mir sehr viel. Man kann ihn übersetzen mit dem Wort Wolfspelz. Dieser Pelz umhüllt den Wolf, schützt ihn. Im übertragenen Sinn bedeutet das also „Beschützerin der Wölfe“. Ich hab eine ganz besondere Beziehung zu Wölfen. Als ich ein Kind war, hatten wir einen Schäferhundmischling, dessen Großvater ein Wolf war und weil ich die Jüngste in der Familie war, hat er mich behandelt, wie seinen Welpen. Zupfen und Zerren, auf ihm herumtollen und herumsteigen – ich konnte alles mit ihm machen. Und wenn er bei mir war, wusste ich, dass mir nichts passiert. Er war ein intelligenter und in vieler Hinsicht begabter Hund, ein herrliches Tier. Damals war der Wolf noch ausschließlich das böse Raubtier, aber mir haben diese Tiere schon immer etwas bedeutet. In einigen meiner Bücher, „Der Weiße Wolf“ oder die „Wolfssaga“, kommen sie dann auch vor.
Nachdem Wölfe lange Zeit als ausgerottet galten, erobern sie jetzt immer mehr Gebiete zurück. Freut Sie das dann besonders?
Ja, freilich! Die Angst vor dem Wolf ist ja übertrieben. Der Wolf ist eigentlich ein sehr scheues Tier und meidet den Kontakt mit Menschen. Man muss ja mehr als Glück haben, wenn man überhaupt einen sichtet.
Der Kanon ihrer Kinder- und Jugendbücher ist voll von indianischen Figuren, Tieren, Wölfen, indianischer Mythologie. Woher kommt das Interesse an dieser naturverbundenen Kultur?
Ich muss gestehen: Der liebe Karl May mit seinem Winnetou ist Schuld. Nur bin ich relativ bald draufgekommen, dass er ein geschwätziger Plauderer ist und von Indianern eigentlich nichts versteht. Das ist natürlich verzeihbar, weil er die Möglichkeiten, die man heute hat, damals nicht hatte. Ich habe dann begonnen, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen und zu recherchieren. Die respektvolle Einstellung gegenüber der Natur war mir nicht fremd, auch wenn sie aus einer anderen Quelle kam. Ich hatte das Glück, als Kind eine Religion kennenzulernen, die nicht etwas Düsterer, Strafendes war sondern vielmehr die Ehrfurcht vor der Natur als Mittelpunkt hatte. Wir haben als Kinder gelernt: In eine blühende Wiese läuft man nicht rein, weil man sonst die Blumen und Gräser zerstört und das ganze Leben da drinnen durcheinander bringt. Wir haben gelernt, dass man im Wald still sein soll. Dieser Respekt vor der Natur ist bei mir nahtlos ins indianische Denken übergegangen. Leider ist uns der Respekt gegenüber der Natur vielerorts abhandengekommen.
Sie schreiben seit über 50 Jahren Kinder- und Jugendliteratur, Bücher für Generationen von Lesern, die in ganz unterschiedlichen Welten aufgewachsen sind. Glauben Sie, hat sich der Stellenwert des Lesens in den letzten 50 Jahren verändert?
In den letzten 50 Jahren ist ungemein viel geschehen, aber das Lesen wird weiterhin einen wichtigen Stellenwert haben. Man kann die Neuen Medien nicht ablehnen, sie bringen viel Positives mit sich. Ich denke, man muss sie danach beurteilen, wie man sie verwendet. Aber das Lesen, die Kunst, diese abstrakten Zeichen in Wörter umzuwandeln, das wird weiterhin notwendig sein. Der Reichtum der Sprache wird nur im Buch bewahrt. Im Alltag verwenden wir einen Bruchteil unseres Sprachschatzes. Das Lesen wird also weiterhin eine Bedeutung haben, aber sicher im Zusammenhang mit anderen Medien.
Nutzen Sie diese anderen Medien? Haben Sie einen Facebook-Account?
Nein, aber ich hab eine Website! Und natürlich suche ich im Internet oft etwas. Ich erinnere mich: Die erste technische Innovation, die ich mit angeschafft habe, war ein Kopierer. Es war ja furchtbar die vielen Durchschläge auf der Schreibmaschine zu machen. Jetzt nehme ich mir aber das Privileg des Alters heraus: Die Dinge, die ich brauche, nutze ich. Die Dinge, die ich nicht brauche, nutze ich nicht.
Wie vielen Kindern und Jugendlichen, glauben Sie, haben ihre Bücher und vor allem das Buch „Lena – Unser Dorf und der Krieg“ geholfen, die Vergangenheit zu verstehen?
Es sind wohl gar nicht so wenige gewesen. Ich habe – vor allem natürlich aus Österreich – unzählige Anfragen von Schulen bekommen, Briefe von Schülern und Schülerinnen, die geschrieben haben, dass sie jetzt, nachdem sie das Buch gelesen haben, diese Zeit erst richtig verstehen. Also ich glaube ein bisschen… zwei, drei werden’s schon gewesen sein. (lacht)
„Lena“ erzählt von einem zehnjährigen Mädchen, das den Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland erlebt, und wie sich ihr Alltag und das Dorfleben damit verändern. Der Krieg ist heute nicht mehr klar etwas, das Oma oder Opa noch miterlebt haben. Wie können wir in dieser Umbruchphase, in der uns die Zeitzeugen „abhandenkommen“, eine Kultur des Erinnerns aufrecht erhalten?
Das Wichtigste ist: Wir müssen uns erinnern. Die Erinnerungen muss bewahrt werden, um zu wissen, was eine Diktatur bedeutet. Es wurde oft der Vorwurf laut, dass nach 1945 nicht darüber gesprochen wurde. Ich kann das bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehen, denn es hat ja fast niemanden gegeben, dessen Haus nicht zerbombt worden war, in dessen Familie nicht jemanden umgekommen ist und es war für viele Menschen schlimm, zu erkennen, dass sie an einen Verbrecher geglaubt hatten. Ich hätte „Lena“ nicht direkt nach 1945 schreiben können, weil ich viel zu glücklich und froh war, dass diese Zeit endlich vorbei war. Dieser Krieg und die Diktatur waren eine große Wunde und wenn eine Wunde anfängt zu heilen, dann nimmt man nicht ein Messer und schneidet rein.
„Lena“ ist dann 1987 veröffentlicht worden.
Es gab einen Punkt, da habe ich gewusst, dass ich diese Geschichte den nachkommenden Generationen erzählen muss. Das war der Grund, warum ich „Lena“ geschrieben habe. Ich glaube, und darüber bin ich sehr glücklich, dass es mir gut gelungen ist, das, was ich erzählen wollte, auch zu vermitteln. Die Arbeit an „Lena“ war eine schlimme Zeit, denn ich konnte natürlich nicht distanziert darüber schreiben. In dem Augenblick, als ich mich an die Schreibmaschine setzte, musste die Realität des Krieges die momentane Realität werden. Der Krieg ist ein Trauma und ich habe damals wieder zu leiden begonnen. Am Ende war ich froh, dass das Buch fertig war. Ich habe es geschrieben, damit die jetzige Generation die Zeit versteht. Den Menschen, die in einer Demokratie aufgewachsen sind und leben, kann so etwas ja sonst nicht bewusst werden.
Im Buch beschreiben Sie eine Situation, in der die Dorfgemeinschaft ein Bauernmädchen schützt, das einen Verstoß gegen die Rassengesetze begangen hat, weil sie ein Kind von einem polnischen Zwangsarbeiter bekommt. Dieser Schutz durch das Kollektiv, der da beschrieben wird, das gemeinsame für etwas einstehen – haben sie das persönlich in ihrem Leben auch erfahren?
Schwere Zeiten bringen einen positiven Zusammenhalt, aber auch das Gegenteil, nämlich dass der Nachbar plötzlich zum Feind werden kann. Diese Szene im Buch ist sicher eines der positiven Beispiele. „Lena“ ist ein Mosaik aus meinen Erinnerungen, denen der Familie und der Menschen im Dorf. Der damalige Dorf-Polizist hat mir bei meinen Recherchen zum Beispiel erzählt, dass er jeden Tag mit Bauchweh in sein Büro gegangen ist und gehofft hat, dass nicht wieder eine anonyme Anzeige eines Spitzels gegen jemanden vorliegt. Es ist nie etwas Schwarz oder Weiß, es gibt immer beides und die Grauzone dazwischen.
Sie haben in ihren Werken zwei Dinge vereint: Einerseits die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit und Realität, andererseits die Liebe für fantastische Begegnungen, die in ganz anderen, fremden Welten stattfinden. Würden Sie sich selber eher als realistischen Menschen oder als Fantastin bezeichnen?
Beides existiert sehr gut nebeneinander. Die fantastische Literatur ist ja eine Möglichkeit, Themen in eine andere Welt zu übersetzen, damit sie zeitlos werden. „Lena“ war ein Buch, das ich über diese eine Diktatur geschrieben habe. Aber es gibt ja nicht nur eine Diktatur, es gibt ja leider viele. Wenn man die Geschichte in ein erdachtes Land setzt, wird sie zeitlos. Beides benütze ich.
Sie haben einmal über sich selber gesagt, dass Sie Kinder- und Jugendbücher schreiben, weil sie daran glauben, dass es eine der prägendsten Form der Literatur ist, und weil sie so vielfältig ist, dass Sie, solange Sie schreiben können, nie an eine Grenze stoßen werden. Woran arbeiten Sie gerade?
Jetzt bin ich sehr schaumgebremst. Schreiben ist ja furchtbar anstrengend. (lacht) Es macht sich kein Mensch einen Vorstellung, unter welcher Belastung man steht, wenn man an einem Manuskript arbeitet. Man schreibt es ja nicht nur einmal, sondern x-mal bis man selber damit einverstanden ist. Irgendwie bin ich erleichtert, dass dieser Stress jetzt vorbei ist und dass ich jetzt einfach entspannen kann.
Welches Buch lesen Sie selber gerade?
Ah! Meinen verehrten… (Käthe Recheis fasst rechts neben ihr Sofa und holt ein Buch hervor: „Atlas eines ängstlichen Mannes“ des österreichischen Schriftstellers Christoph Ransmayr) Den Christoph Ransmayr verehre ich unheimlich. Er ist ein Sprachkünstler. Manchmal sind mir moderne Autoren deshalb so fremd, weil sie so eine abgehobene Einstellung zu den Menschen haben, bei der ich einfach mit mitkann. Aber wenn ich Ransmayr lese, macht sich Wohlgefallen, von meinem Kopf bis zu den Zehen runter, breit.
Ad Personam
Käthe Recheis, 1928 in Oberösterreich geboren, hat als Autorin und Übersetzerin an die 80 Bücher für Kinder und Erwachsene veröffentlicht, unter ihnen Klassiker der österreichischen Kinder- und Jugendliteratur.
Einer der Schwerpunkte in Käthe Recheis Leben und Schaffen ist die Auseinandersetzung mit den Indianervölkern Nordamerikas, die Vermittlung und Förderung ihrer vielfältigen Kultur. Sie lebt in Wien und Oberösterreich. „Lena – Unser Dorf und der Krieg“ ist soeben als Hörbuch im Mono Verlag erschienen.
Katzenfutter DIY
Seit Weihnachten haben wir zwei neue Familienmitglieder, Fiffy und Billy. Das liebe Christkind war so nett und hat den größten Wunsch unserer Kinder erfüllt und ihnen an Heilig Abend zwei Katzenkinder vor die Tür gestellt. So weit, so gut!
Natürlich war das keine Entscheidung von heute auf morgen, sondern wohl überlegt und das war auch der Grund warum wir uns für zwei Katzen und nicht nur für eine entschieden haben. Katzen brauchen Artgenossen zum Spielen (und besonders Katzenkinder) und darum haben wir uns gleich für zwei entschieden. Wenn man sich aber weiter mit Katzen beschäftig und damit was alles in Katzen- bzw. Tierfutter enthalten ist, dann kommt man – zumindest ich – recht schnell zu dem Entschluss, dass, wer genau wissen will, was im Futter seiner Tiere drinnen ist, es wohl gleich selber kochen muss.
Fiffy:
Billy:
Katzen- und wahrscheinlich auch Hundefutter sind stark überwürzt, d.h. neben Fleischneben- und Fleischabfallprodukten sind Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe, aber leider auch ganz VIEL Zucker darin enthalten. Mit der Zeit werden die Tiere zuckersüchtig und in weiterer Folge natürlich auch krankheitsanfälliger. In unserem speziellen Fall, waren die Katzen von Anfang an schon kränklich, darum war es umso wichtiger, sie mit vollwertigem und gesundem Futter zu versorgen. Beide sind wild geborene Katzen, wurden eingefangen und haben die ersten Monate ihres Lebens in Gefangenschaft mit vielen anderen Tieren verbracht. Was das für die Tiere bedeutet, kann man sich ja vorstellen: Extremer Stress und ein permanentes Risiko von übertragbaren Krankheiten wie virale Augenentzündungen oder Katzenschnupfen. Fiffy war sogar sooft verschnupft, dass ihr Tränenkanal (zwischen Auge und Nase) durch die ständige Anschwellung komplett verstopft war. Sie hat also ständig getränt. Sie sind auch keine richtigen Geschwister, verhalten sich aber so und das ist ja auch nicht ganz unwichtig, schließlich will man ja nicht ständig darüber nachdenken, ob sich die Katzen gerade zerfleischen während man draußen unterwegs ist.
Für mich war sowieso schon von Anfang an klar, dass ich das Katzenfutter selber kochen würde. Bestätigt wurde ich dann auch durch unsere Tierärztin, die mich beim ersten Besuch gleich fragte, was wir denn den Katzen zum Fressen geben. Je besser und hochwertiger das Futter der Tiere ist, umso gesünder sind sie im Erwachsenenalter und umso eher können sie all diese schrecklichen Erlebnisse in der Gefangenschaft und den Mangel wieder ausgleichen. Viel Liebe und Schmusen sind selbstverständlich auch ganz ganz wichtig und essentiell….aber davon bekommen sie sowieso sehr viel. Das Thema Ernährung zieht sich bei mir also durch mein ganzes Leben bis hin zu unseren kleinsten Familienmitgliedern. Denn was für uns Menschen nicht gut ist, kann für die Tiere auch nicht gut sein!
Katzenfutter DIY :
Das Verhältnis ist 3/4 Fleisch und 1/4 Gemüse, davon ganz wenig Reis. Getreide ist eher ungeeignet für Katzen, da sie es einerseits nicht verdauen können und es sich andererseits ja wieder in Zucker umwandelt . Von Schweinefleisch wird ebenfalls abgeraten. Es gibt aber auch die Fraktion, welche die Katzen wieder an rohes Futter – also rohes Fleisch – zurückgewöht. Davon sehe ich eher ab.
Version 1: 1 Kilo Hühner-Innereien (1/3 Magen und Leber, 1/3 Herz und 1/3 Hühnerbrust) und ca. 250 g kleingeschnittenes Gemüse.
1. Das Fleisch vom Fett säubern und gut waschen.
2. Anschließend mit Gemüse (Kartoffel, Karotte, Broccoli, Petersilie) und 1/2 Becher Reis in einen Topf geben und mit Flüssigkeit leicht bedecken.
3. Aufkochen und solange weiter kochen bis der Reis gar ist. Die Hälfte der Mischung herausnehmen und mit dem Messer zerkleinern. Die Katzen sollen ja auch noch ordentlich was zu beißen haben. Die andere Hälfte wird mit dem Stabmixer püriert.
4. Danach alles gut miteinander vermengen und in Gläser umfüllen. Dies ergibt in etwa 1,5 Kilo Futter und bei 2 (noch nicht ganz ausgewachsenen) Katzen kommt man damit ungefähr 1 Woche aus.
Version 2: 2 Teile Kochfleisch vom Rind und 1 Teil Lammfleisch, dazu wie oben angeführt Gemüse und etwas Kräuter. Dieses Fleisch sollte aber eine gute Stunde kochen.
Hochwertige Öle sind sowieso auch immer gut. Ich mische zu jeder Mahlzeit noch zusätzlich eine Portion Gladiator plus, ein Nahrungsergänzungsmittel für Katzen bei. Der weitere Vorteil an selbstgekochtem Katzenfutter ist: Man vermeidet Müll - sehr viel Müll sogar!
Unsere Katzen geht es mittlerweile schon viel besser und sie fühlen sich richtig wohl bei uns!
Tomorrow Festival rettet dein T-Shirt
Am TOMORROW FESTIVAL wird von 30. Mai bis 2. Juni 2013 auf dem Gelände des nie in Betrieb genommenen AKW Zwentendorf nachhaltig gefeiert. GLOBAL 2000 und das Ressourcenprojekt REdUSE bieten dafür ein T-Shirt-Recycling am Festival an. Besucherinnen können ihr altes Shirt vor Ort von JungdesignerInnen aufpimpen lassen oder sich selbst als kreative Designer ausprobieren und ihren Shirts ein neues Design verpassen.
Bild: Tomorrow Festival (Global 2000)
Die Neuproduktion eines T-Shirts verbraucht ungefährt 2700 Lieter Wasser – reine Verschwendung wenn man bedenkt, dass man genauso gut alte Sachen wiederverwenden könnte anstatt neue zu kaufen. Am GLOBAL 2000 TOMORROW FESTIVAL kann man selbst erleben, dass ökologischer Lebensstil nicht nur Ressourcen schont, sondern auch Spass macht. Am Gelände des Atomkraftwerks Zwentendorf werden neben dem T-Shirt-Umdesignen daher noch verschiedene Workshops zum Thema Reduce – Reuse – Recycle abgehalten. Waste-Guides werden am Festival auf der Suche nach umweltbewussten MusterschülerInnen gehen und im Speakers Corner kann man NachhaltigkeitsexpertInnen live erleben und über interessante Themen mitdiskutieren. Den Höhepunkt bildet schließlich der erste Slow-Fashion Catwalk im Atomkraftwerk, eine Recyclingmodeschau der Modeschule Herbststraße.
Das ganze Festival steht unter dem Motto Change und strebt als erstes Festival Österreichs die Zertifizierung mit dem Umweltzeichen an.
Mehr Informationen auf www.tomorrow-festival.at
Von der Arktis ins Dreamicon Valley
Visionen, Euphorie und Einigkeit prägten die sechsten ERDgespräche am 16. Mai in der Wiener Hofburg. In schönem Ambiente war eine gute Mischung aus politischem Aktivismus und emotionalen Träumen geboten, die in einem durch und durch nachhaltigen Rahmen Interessierte im Bann gehalten und Vernetzungsmöglichkeiten geboten hat.
Schon seit einigen Jahren haben sich die ERDgespräche etabliert, um Nachhaltigkeitsvisionäre und -interessierte zu vernetzen. Eine gelungene Mischung verschiedener Vorträge und die entspannte Atmosphäre danach am Bio-Buffet gibt die Möglichkeit, Ideen zu entwickeln, andere Menschen kennen zu lernen, und vielleicht in Zukunft gemeinsame Projekte zu starten. Auch diesmal waren die ERDgespräche eine inspirierende Veranstaltung mit interessanten Sprechern und Ideen.
Tim Jackson, Autor, Wissenschaftler und Professor für Nachhaltige Entwicklung an der Universität in Surrey, gab als Auftakt einen humorvollen Einblick in seine Überlegungen zum unbegrenzten Wachstum in einer begrenzten Welt. Globale Vorgänge heruntergebrochen auf mehr oder weniger simple Modelle führten den Zuschauern die Unmöglichkeit dieses Prinzips vor Augen, auf dem die gesamte Marktwirtschaft aufbaut.
Harald Katzenschläger © Rupert Pessl
So sachlich die Darlegungen über Wirtschafts- und Geldsystem waren, so abstrakt war der Vortrag von Harald Katzenschläger. Der Mentaltrainer hat eine Dream Academy gegründet und damit seinen Traum realisiert – nämlich die Träume von anderen Menschen Wirklichkeit werden zu lassen. Seine emotionalen Erzählungen über die Schwierigkeiten, die ihm auf dem Weg zur Verwirklichung seines Ziels begegnet sind, haben vielleicht auch einige Zuhörer inspiriert, ambitionierte Projekte in Angriff zu nehmen, für die man einen eisernen Willen braucht, um sich nicht auf halber Strecke entmutigen zu lassen.
Bill McKibben © Michi Krebs
Per Skype wurde der Umweltaktivist Bill McKibben zugeschaltet. Um die Emissionen und Umweltbelastung eines Fluges des US-Amerikaners aus seiner Heimat zu sparen, setzten die Veranstalter stattdessen auf neue Technologien, um den laut Time Magazine “besten Umweltjournalisten der Welt” in die Veranstaltung zu integrieren. Via Videoscreen legte er seine Sicht der derzeitigen Situation dar und sprach über aktuelle Entwicklungen von Umweltthemen und die Notwendigkeit, zusammen im Kampf gegen die Zeit gegen den Klimawandel anzutreten.
Alexander Egit © Rupert Pessl
Alexander Egit schilderte seine Sicht der Umweltprobleme und sprach noch genauer über die Situation in Österreich. Durch seine führende Position bei Greenpeace Österreich ist er über aktuelle Projekte und Regierungsscheidungen informiert und konnte neben einiger Kritik am Vorgehen so mancher Politiker, was ihm starken Beifall einbrachte, auch seine Hoffnungen für die Zukunft erklären und die Arbeit von Greenpeace vorstellen.
Polly Higgins © Michi Krebs
Die schottische Juristin Polly Higgins sprach zum Abschluss über “Ökozid“, das Verbrechen gegen die Erde und Natur, welches ihrer Meinung nach als 5. Verbrechen gegen den Frieden ins Völkerrecht aufgenommen werden sollte. Für diese Idee, die sie auch den Vereinten Nationen unterbreitete, wurde sie vom Ecologist als eine der zehn visionärsten Denkerinnen ausgezeichnet. Unser heutiges Gesetz erlaubt es nicht nur, Umweltzerstörung zu betreiben, sondern bildet sogar eine gute Grundlage dafür, so Higgins. Die Gemeinschaft ökologisch denkender Menschen sollte sich daher dringend für eine Gesetzesänderung stark machen, denn wer eine Ungerechtigkeit wahrnimmt, muss sich dafür einsetzen diese zu stoppen.
Insgesamt waren die ERDgespräche vielseitig, informativ, aber auch inspirierend. Bewundernswerte Persönlichkeiten, die in der nachhaltigen Entwicklung schon so viel erreicht haben, auf der Bühne zu erleben und sie eventuell sogar persönlich kennen zu lernen, weckt hoffentlich im einen oder anderen den Wunsch, selbst aktiv zu werden. So viele Gleichgesinnte unter einem Dach zu treffen, bietet die ideale Vernetzungsplattform, um seine Ideen zu teilen und in die Realität umzusetzen.
Reiseführer „Österreichs Nationalparks“
Der neue Reiseführer “Österreichs Nationalparks – Geheimnisse, Schätze, Paradise” entführt in bemerkenswerte Schutzgebiete und Naturjuwelen des Landes. Wir verlosen drei Stück!
Weite Steppen, wild wuchernde Ur- und Auwälder, sanfte Tallandschaften, zerklüftetes Kalkgebirge und das ewige Eis der Gletscher: die ökologische und landschaftliche Vielfalt der sechs österreichischen Nationalparks ist beeindruckend.
Im Guide, der von allen sechs Nationalparks gemeinsam umgesetzt wurde, erzählen engagierte Nationalpark-Ranger sowie Bauern und Bäuerinnen aus den Regionen über den Reiz, die Herausforderung und die Leidenschaft ihrer Aufgaben und beschreiben die Naturschönheit der Schutzgebiete. Dazu liefert der Reiseführer wertvolle Tipps für unvergessliche Wandererlebnisse, empfiehlt Lokale mit meist regionaler Küche und beschreibt Übernachtungsmöglichkeiten vom Campingplatz bis zum 4-Sterne-Hotel. Zudem gibt der Guide einen guten Überblick über die vielfältigen Angebote in den einzelnen Nationalparks.
Wer einen der Reiseführer gewinnen möchte, muss nur diese Frage beantworten – und ein wenig Glück haben!
[contact-form-7]Crossroads-Festival: “Edible City: Grow the Revolution” – 8.6.
Bild: Edible City: Grow the Revolution/Andrew Hasse, Carl Grether
Im Rahmen des Crossroads Festivals für Dokumentarfilm und Diskurs findet am 8. Juni 2013 in Graz die Österreich-Premiere von „Edible City: Grow the Revolution“ statt.
Fröhliche Menschen und positive Einstellungen bestimmen die Dokumentation über die Basis unseres Lebens: unser Essen. “Edible City” erzählt auf sympathische Art und durch Darstellung herausragender, exzentrischer Charaktere, wie wir das Ernährungssystem von heute wieder umkrempeln und uns dadurch den wichtigsten und grundlegendsten Dingen des Lebens widmen können: Arbeit für die Ernährung und Lebenserhaltung gemeinsam mit seiner Familie unter Tags zu leisten und ein selbst geerntetes Essen mit Freude und in guter Gesellschaft am Abend genießen ist, worum es im Leben eigentlich geht. Es wäre so einfach – wir haben dem nur viel zu viel hinzugefügt.
Von San Francisco Bay Area ausgehend breitet sich das “Good Food movement” über die USA und die ganze Welt aus. Aktivisten, Organisationen und visionäre Bürger zeigen, dass jeder seinen Teil dazu beitragen kann das mechanisierte, denaturierte, fast schon paradoxe Ernährungssystem von heute zu verändern. Für ambitionierte Lösungen setzt man auf Bildung und Wissen rund ums Essen und lokale Wirtschaftssysteme.
Die Bewegung mag bodenständig erscheinen, vielleicht auch eigensinnig, wenn Nutztiere vorbei an “Jack in the Box” quer durch San Francisco einen Spaziergang machen, doch die Inspiration, die in “Edible City” mitschwingt geht an niemandem spurlos vorüber. Das ist, worum es geht – denn die Revolution liegt in kleinen Schritten der Veränderung durch viele Menschen, hin zu einem lokalen Essens- und Ernährungssystem, das nachhaltig ist – in sozialer, ökologischer und wirtschaftlicher Hinsicht.
„Edible City: Grow the Revolution”“
8. 6. 2013, 18:30 Uhr
USA, 2012, 70 min, Englische OF mit deutschen Untertiteln
Regie: Andrew Hasse, Carn Grether
Im Anschluss:
Filmgespräch über urbanes Gärtnern, essbare Städte und Gemeinschaftsgärten in Graz mit Sascha Vanicek (Niesenberger-Garten, GGG), Tamara Ussner (Attemsgarten) und David Steinwender (Attemsgarten, GGG)
Crossroads
Festival für Dokumentarfilm und Diskurs
Forum Stadtpark, Graz
Goldene Äpfel
Wer glaubt, Zitronen und Limetten taugen nur für Tequila, gehört nach Schönbrunn! Dort finden dieses Wochenende die 13. Wiener Zitrustage statt.
Die Beschaffung der sogenannten Äpfel der Hesperiden, die zu den 12 Arbeiten des Herkules gehörte, war nicht nur an und für sich eine mühsame Sache, sondern sorgte schon in der Antike für Spekulationen: Welche goldenen Früchte waren es nun wirklich, die der Halbgott durch die halbe Welt schleppen musste?
Die Lager – von den Anhängern der Quitte bis zu den Anhängern des Pfirsich– waren gespalten und unversöhnlich – im Barock hatte man sich endlich auf die Zitronatzitrone (Citrus medica), von der auch letztendlich der deutsche Gattungsname Zitrusfrucht kommt, geeinigt. Zitrusfrüchte waren der Rolls-Royce unter den Früchten. Ein Must-Have. Es entstanden Traktate ausschließlich über sie. Jedes Herrscherhaus, das etwas auf sich hielt, legte sich eine Orangerie und fähige Gärtner zu. Es ging nicht nur darum, wer die größeren Früchtchen hatte, sondern auch wie viele Arten man vorweisen konnte und wie schwierig es war, an sie heranzukommen. Und die Habsburger und der Schlossgarten Schönbrunn konnten beim Wettrüsten um den schönsten Zitronengarten natürlich nicht fehlen. Deswegen sollte man (noch bis Montag) zu den 13. Wiener Zitrustagen kommen und der Zitrussammlung, die 95 (!) Arten und Sorten zählt, Tribut zollen.
HIER gibt’s Infos zum Programm.
13. Wiener Zitrustage
17.–20. Mai 2013, jeweils 10–18 Uhr
Eintritt: € 5,– (für Mitglieder der ÖGG € 4,–)
Kinder und Studenten bis 18 Jahre frei
Die Alpe der Träume
BILD Simon Vetter
Die Alpe Süns, unweit von Dornbirn in Vorarlberg gelegen, ist die älteste urkundlich erwähnte Alm Europas. Sie wird bis heute von Mensch und Tier genutzt.
Die Hochalpe Süns wird seit 1.200 Jahren bewirtschaftet. Kann dieses Stück Erde über so eine lange Zeit übernutzt werden? Oder gar unternutzt? Die Almnutzung kann wohl als nachhaltig bezeichnet werden, heute wie damals weidet das Vieh im Juli und August auf denselben Weiden. Um das Prinzip der Almwirtschaft zu verstehen und zu deuten, sollte die Geschichte der Alm – oder wie sie alemannisch heißt: »Alpe« –, die bis in die Römerzeit zurückreicht, knapp erzählt werden. Wie kamen Menschen auf die Idee, im hochalpinen Gelände Vieh grasen zu lassen, wenn es sich doch in den Tälern viel einfacher gestaltet? Die Historie der Viehweiden in höchsten Höhen ist älter als das Wort dafür, die Bezeichnung Alb(e) ist ein vorrömischer Ausdruck, der für »hoher Berg« und/oder »Hochweide« steht. Die alte Bezeichnung lebt im alemannischen Dialekt weiter. Im Dachsteingebiet fanden Archäologen Belege für eine Almwirtschaft aus der Bronzezeit, auch Überreste von Hütten wurden gefunden. Diese Almen dienten der Versorgung des Salzbergbaus der Hallstatt-Kultur. Aus dem Versorgungsdenken, ohne das der Salzbergbau nicht passieren hätte können, wurde eine nun nicht mehr wegzudenkende Linie der Landwirtschaft. Auch in der Römerzeit wurde Almwirtschaft betrieben. Die Hauptgründe für ein Bestehen der Nutzung von Almen sind die Entlastung der Talweiden und das Schaffen von Vorräten für die Wintermonate. Ebenso wäre ohne Viehhaltung die Landschaft bis auf ungefähr 1.500 Meter durchgehend bewaldet. Almen werden heute hinterfragt, vor allem in Nationalparks, wo Naturschutz an erster Stelle steht, wird die Viehwirtschaft sekundär. Die Frage der nachhaltigen Bewirtschaftung von Almen ist genauso essenziell wie im Tal. Durch Förderungen ist es möglich, die hochalpinen Gebiete als Standorte zu erhalten und vielleicht so eine größere Streuung von Flächen zu ermöglichen. Damit Almen nicht »abgegrast« werden, werden die Rodung von Bergwald und die Viehwirtschaft streng reglementiert.
BILD Stadtarchiv Dornbirn/ J. Hilbe
Die altvordere Alpe
Aus dem Jahre 842 stammt eine der ältesten Alpurkunden aus der Geschichte der europäischen Alpwirtschaft. Abgefasst wurde die Urkunde im alemannischen Gebiet. In diesem Dokument wird Süns, damals noch Suniu, zum ersten Mal erwähnt. Der Name geht auf das Wort »Sun« zurück, was im Keltischen Hochgebirgsgewässer bezeichnete. Damals war das Gebiet das romanische Churrätien. Das ist der Anfang der Aufzeichnungen über Süns, die nicht abbrechen. Es existieren Mitschriften über Besitztümer, Anteile verschiedenster Bauern, die spätere Käseproduktion, initiiert von den Appenzeller Käsern um 1700 und die Ersteigerung der Alpe im Jahre 1803 mitsamt allen Almhütten aus der Konkursmasse der Emser Grafen um 6.100 Gulden. Das sind einige Eckpfeiler der interessanten Geschichte von Süns. Ein Ereignis wie aus einem Heimat-Thriller durfte auch nicht fehlen: Im Jahre 1820 soll laut mündlicher Überlieferung der gesamte Hüttenkomplex vorsätzlich von einem Alpler angezündet worden sein. Freilich ging es um Neid und Besitzansprüche. In den Jahren 1945–51 wurde dann die Erreichbarkeit der Alm um einiges erleichtert, es wurde eine Materialseilbahn gebaut, die die Alpen Garnitza (Gemeinde Laterns), Gävis, Vordermellen und Hintermellen mit Süns verband.
Heute ist die Alm nicht mehr von der Sennerei geprägt, die ein noch härteres Los für die arbeitenden Menschen bedeutete: ein mühsames Leben, das die Labkäseherstellung bis zu dem Transport ins Tal einschloss. Heute ist Süns eine reine Rinderalpe des Vetterhofs Lustenau, es gibt zwar vier Milchkühe, doch kann nicht von einer Melkwirtschaft die Rede sein.
Wir halten uns an den Rhythmus der Tiere
Der Mann, der im Juli und August für die Tiere der Alpe zuständig ist, ist Matthias Klocker. Im restlichen Jahr ist er Zimmermann im Tal. BIORAMA sprach mit dem Hirten der Sünsalpe über sein Leben auf der Alm.
Matthias Klocker: »Ich bin ins Hirte-Sein hineingewachsen. Zuerst ist man Jung-Hirte. Ich bin auf der Alpe Süns gemeinsam mit zwei zwölfjährigen Buben, die gerade lernen. Wir bleiben zwei Monate oben, im Juli und im August. Ab Mai können wir auf die Voralpe. Es ist ein anderes Leben da oben, es gibt keine Störungen, es ist ein Ausgleich zu dem hektischen Leben unten. Zur nächsten Straßenverbindung ist es von der Alpe eine halbe Stunde Fußmarsch, eine Seilbahn gibt es auch. Für mich gibt es nicht wirklich eine Zustandsveränderung, wenn ich wieder im Tal bin. Man sollte sich generell nur um wichtige Dinge kümmern, so wie auf der Alpe auch. Wir haben Solarlicht und Radio, aber kein Fernsehen und kein Internet. Der Tag beginnt um 5 Uhr 30 mit dem Melken der vier Milchkühe, dann gibt es Frühstück, um 6 Uhr 30 gehen wir zum Jungvieh, insgesamt haben wir 270 Tiere oben. Auf die passen wir tagsüber auf, die Tiere sollten nirgendwo hinunterstürzen, deswegen tun wir, was wir tun. Die Weiden sind größtenteils elektrisch eingezäunt. Wir halten uns an den Rhythmus der Tiere, bis es dunkel wird bleiben wir draußen. Um 10 Uhr abends gehen wir schlafen. Das Jungvieh kommt generell nie in den Stall. Wir bleiben durchgehend zwei Monate oben, wir bekommen manchmal Besuch von der Freundin oder von der Mama. Eigentlich bin ich Zimmermann, aber im Sommer bin ich Hirte.«
BILD Simon Vetter
ALM-FAKTEN
In Österreich gab es im Jahre 1997 mehr als 12.000 bewirtschaftete Almen, auf denen 70.000 Almbauern lebten und sich ca. 500.000 Tiere auf den Bergweiden tummelten. Zum Vergleich: In Bayern gab es im Jahr 2002 um die 1.384 Almen mit Bewirtschaftung (Quelle: Wikipedia). Die Sünser Spitze ist die höchste Erhebung Dornbirns mit 2063 Metern, die Alpe liegt auf 1764 Meter und ist in den Sommermonaten durch die Furkastraße problemlos erreichbar. Diese Straße ermöglicht auch, dass es seit einigen Jahren eintägige Führungen auf die Alpe gibt. Viele der Besucher der Alm können es schwer fassen, dass ein Gebiet, dessen Entfernung zum Marktplatz per Luftlinie 15 Kilometer beträgt, noch immer zur Gemeinde Dornbirn gehört. Die sogenannte »Stechweid« liegt auch im Gebiet der Alpe, über sie verlaufen die Grenzen der Bezirke Dornbirn, Feldkirch und Bregenz, man kommt leicht in Versuchung diese Weide als Landesmitte anzusehen. Die Geschichte hinter dem Namen »Stechweide« hat mit den Besitzansprüchen, auf die kein Eigentümer verzichten wollte, zu tun. Die Weide war und ist ein prächtiges Stück Erde, so wurde um sie gestritten, laut Überlieferungen mit Hilfe der stärksten Kuh. Vielleicht waren dies wirklich Kuh-Kämpfe, wie der französische Ausdruck »batailles des vaches« nahelegt? In späterer Folge gab es dann andere Methoden zur Findung der Weiderechte, z.B. wechselte die Weide von Jahr zu Jahr ihren Besitzer. Man findet auf Süns eine 150 Jahre alte und zehn Meter hohe Zirbe, etwas Besonderes in diesem Gebiet, wo man diese Baumart sonst kaum findet. Ein Besuch der Sünsalpe kann sicher ein wenig Einblick in die Kargheit und Bescheidenheit des Älplerlebens geben, auf der Alm sind nur die wichtigen Dinge wichtig – das sollte man sich ins Tal mitnehmen.
Patschenkino – 17.-23.5. 2013
Bewusst leben. Bewusst fernsehen und Radio hören. Ausgewähltes für Heimkino und Radioempfangsgerät vom 17. bis zum 23. Mai 2013.
Freitag, 17.05.
20:15 Servus TV // Auf den Spuren großer Entdecker (TV)
William Speirs Bruce, ein britischer Polarforscher, gilt als der Gründer der heutigen Klimaforschung. Auf dessen Spuren in der Antarktis begibt sich der Historiker Neil Oliver. Anhand von Tagebucheintragungen, Fotografien und Briefen geht er den Ideen des wenig bekannten Polarforschers und Ozeanographen nach, dessen Ideen großen Einfluss auf die moderne Welt haben.
21:15 Servus TV // Zwischen Kontinenten – Brücke der Natur
Die iberische Halbinsel ist eine Brücke zwischen zwei Kontinenten. Sie war vor Hunderttausend Jahren eine Insel und entwickelte sich später zur Landbrücke. Die unverwechselbaren Besonderheiten und Ökosysteme, die Pyrenäen, das
Zentralmassiv und das Kantabrische Gebirge und die unterschiedlichen Entwicklungen im Norden und Süden werden untersucht.
Samstag, 18.05.
11:30 ARD // Zukunft Europa! (TV)
Die Euro-Krise und Schuldenprobleme Griechenlands und Zyperns sind immer noch präsent. Arbeitslosigkeit ist in Europa weit verbreitet, vor allem unter Jugendlichen. Die Nord-Süd-Kluft der wirtschaftlichen Unterschiede wächst. Auf dem internationalen WDR-Europaforum diskutieren hochrangige Politiker wie Bundeskanzlerin Angela Merkel und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz über die Zukunft Europas.
18:00 3Sat // über:morgen (TV)
Hunde als Sozialpartner und Freizeitbegleiter sind in einer zunehmend urbanen, kinderlosen, überalterten und Gesellschaft treue Begleiter und erfüllen oft schon wichtige Sozialfunktionen für ihre Besitzer. Die Hunde der Zukunft werden sozialverträglich, für Allergiker geeignet und familientauglich sein und einen möglichst geringen Bewegungs- und Platzbedarf haben. Über die Professionalisierung der Hundehaltung berichtet das über:morgen Magazin.
Pfingstsonntag, 19.05.
10:05 Ö1 // Ambiente (Radio)
Eine Kulturreise durch in die europäische Kulurhauptstadt 2013 führt von Krakau nach Kosice – mit spannenden und eindrucksvollen Geschichten vom Holocaust in Osteuropa bis hin zum heutigen kulturellen Leben und den Projekten der Gegenwart.
16:05 3Sat // Myanmars Reise in die Zukunft (TV)
Seitdem Myanmar sich der Welt geöffnet hat, sind vor allem deutsche und europäische Firmen vertreten und entdecken das südostasiatische Land für lukrative Investitionen. Eine Reise durch das exotische Land zeigt Menschen mit großen Hoffnungen auf eine demokratische Zukunft und ein besseres Leben.
Pfingstmontag, 20.05.
15:05 Servus TV // Urgewalten (TV)
Die wilde Gail ist eine immerwährende, eindrucksvolle Urgewalt. 25 Kilometer atemberaubende Natur und 1.500 Lesachtaler, deren Leben aus der Zeit gefallen zu sein scheint werden eindrucksvoll präsentiert.
17:30 Bayrischer Rundfunk // Balkan mit und ohne Schluchten (TV)
Eine Reise durch das teilweise wilde und unzugängliche Gebiet des Balkans führt in interessante Gegenden und zu unterschiedlichen Menschen, die mit den Problemen der heutigen Zeit kämpfen. Vom Drehort der Karl-May-Filme durch Urwälder zur versunkenen deutschen Schwarzmeerflotte aus dem Weltkrieg bis zur Musik der Roma bietet der Balkan eine einmalige Vielfalt an Eindrücken.
19:30 arte // Naturparadiese Afrikas (TV)
Die Dokureihe behandelt Äthiopien, der Wiege der Menschheit. Hier findet man ein verstecktes Paradies mit Savannen und Wüsten, das weltweit einzigartige Tier- und Pflanzenarten beheimatet. So sind in Äthiopien noch viele Säugetierarten in freier Wildbahn zu finden.
Dienstag, 21.05.
16:05 Servus TV // Naturschützer im Einsatz (TV)
Finnland ist ein Paradies für wilde Rentiere, Bären und Luchse. Zwei Drittel der Fläche sind vom nördlichen Nadelwaldgürtel bedeckt, auch viele Seen, Inseln und Archipele sind dort zu finden. Das Land hat eine lange Tradition des Naturschutzes, daher gibt es einen streng bewachten Nationalpark und Reservate seit Beginn des 20. Jhdt.
17:15 3Sat // Die Straße am Mekong (TV)
Der Mekong ist der bedeutendste Fluss Indochinas. Die Gegend hat eine bewegte Vergangenheit und man findet Spuren vieler Kulturen, welche die angrenzenden Länder über Jahrhunderte hinweg geprägt haben. Die Traditionen sind heute noch tief verwurzelt – viele Menschen hier arbeiten ausschließlich in der Landwirtschaft. Der Film zeigt den Alltag der Menschen und ihre Lebenskultur und die atemberaubende Flusslandschaft.
19:45 Bayrischer Rundfunk // Gesundheit! (TV)
Wir sind von Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes, Rückenschmerzen oder Allergien geplagt, die oft daher rühren, dass unser Körper nicht für die heutigen Bedingungen des Lebens gemacht ist. Ob zu viel Sitzen oder Fast Food, mit dem Leben der Moderne tun sich oft neue Probleme für unseren Körper auf. Die Evolutionsmedizin versucht zu verstehen, wofür unser Körper eigentlich gemacht ist, um diese in Angriff zu nehmen.
20:15 ORF 2 // Universum (TV)
Am Kap von Südafrika treffen Wetterfronten und Meeresströmungen aufeinander, was diesen besonderen Fleck der Erde ausmacht. Ungewöhnliche tierische Nachbarschaften entstehen, beispielsweise leben Pinguine neben Pavianen. Über ein eindrucksvolles Gebiet und seine Besiedelung.
20:15 arte // AKW-Rückbau (TV)
Der Dokumentarfilm über den Rückbau von Atomkraftwerken beschäftigt sich mit den Problemen, an die beim Beginn der Atomkraft-Bewegung keiner gedacht hat. Wenn durch die Energiewende veraltete Kraftwerke stillgelegt werden müssen beinhalten kleine technische Zwischenfälle bereits große Risiken. Außerdem stellt sich die Frage: Wohin mit dem Atommüll?
Mittwoch, 22.05.
Themenschwerpunkt Wasser auf 3Sat!
13:40 3Sat // Der absolute Hummer (TV)
Die Dokumentation berichtet über den Fang der größten Hummer der Welt vor Neuschottlands wilder Küste. Fang und Export sichert den Wohlstand der Bevölkerung und wer sich am Geschäft beteiligen will braucht teure Lizenzen. Der Hummerfang boomt und immer größere Mengen werden gefischt. John Tremblay, der Meeresökologe vom Bedford Institut beobachtet die Entwicklungen.
14:25 3Sat // Dorschs Dilemma (TV)
Der Dorsch ist einer der Meeresbewohner, dessen Existenz heute schon bedroht ist. Der Internationale Rat für Meeresforschung nimmt jährlich den Bestand an Dorschen im Meer auf, was als Grundlage für die Festlegung neuer Fangquoten verwendet wird. In “Dorschs Dilemma” wird die Situation wissenschaftlich dokumentiert und unterhaltsam animiert.
18:00 3Sat // planet e.: Risiko Trinkwasser (TV)
Substanzen, die über Jahre hinweg täglich aufgenommen werden, können bereits in geringen Mengen gesundheitsschädlich sein. Zum Beispiel Schadstoffe im Trinkwasser. Unser Wasser gilt zwar als das am besten kontrollierte Lebensmittel, doch es birgt trotzdem gewisse Risiken. Sebastian Schönauer, ein Wasserexperte beim Bund für Umwelt und Naturschutz dokumentiert die Ergebnisse jahrelanger Forschungsarbeit.
18:30 3Sat // nano Spezial: Wasser – klare Sache? (TV)
Nach der neuen EU-Wasserrichtlinie sollen Gemeinden nicht mehr selbst über ihre Wasserversorgung entscheiden, sondern müssen diese europaweit ausschreiben. Das gibt auch großen Konzernen die Möglichkeit, Gewinne mit der Wasserversorgung zu machen. Ob damit die Qualität des wichtigsten Grundnahrungsmittels in Gefahr ist, steht zur Diskussion.
19:30 3Sat // Ware Wasser (TV)
Nestlé führt mittlerweile über 70 Wassermarken wie Perrier, San Pellegrino und Vittel in seinem Sortiment und setzt damit jährlich mehrere Milliarden um. Trinkwasser in der Flasche ist heutzutage ein boomendes Geschäft, über das der Konzern nicht gerne spricht. Der Schweizer Journalist Res Gehringer unternimmt eine Reise in die USA um die Konflikte, die durch das Trinkwassergeschäft entstehen, näher zu recherchieren und die Strategien dahinter zu verstehen.
Donnerstag, 23.05.
09:05 Ö1 // Radiokolleg: Radfahren (Radio)
Schon Mark Twain entdeckte bei seiner ersten Fahrradfahrt, wie viele Probleme man mit anderen Verkehrsteilnehmern bekommen kann. Doch der immer geringer werdende Platz und das hohe Verkehrsaufkommen machen das Fahrradfahren heutzutage wieder attraktiver und notwendiger denn je. Sabine Nikolay widmet sich der historischen Entwicklung dieses jungen Fortbewegungsmittels und thematisiert Vor- und Nachteile.
17:10 Servus TV // Moderne Wunder (TV)
Ein “modernes Wunder” ist heutzutage auch unsere Essensherstellung. Die Vielfalt der vorgefertigten Speisen ist unbeschreiblich. Die Sendung bietet einen verblüffenden Einblick in die Herstellung der Lebensmittel, die jeden Tag in Fast Food-Restaurants über die Theke gehen, denn kaum einer weiß, was alles dahintersteckt.
19:30 arte // Naturparadiese Afrikas (TV)
Die Reihe zeigt in eindrucksvollen Bildern in entlegene Regionen Afrikas. Diese Folge beschreibt die Landschaft der wilden Küste Südafrikas, die mit einer großen Vielfalt in Flora und Fauna aufwarten kann. Große Teile sind unbewohnt doch man findet auch Ahnen der Urvölker, die Ackerbau, Ziegenzucht und Fischfang betreiben.
21:00 Ö1 // Im Gespräch – Hartmut Rosa (Radio)
Der Soziologe ist im Gespräch mit Ö1. “Wir sind am Rande der Erschöpfung und am Rande des Sinnvollen angelangt.” Die soziale Beschleunigung treibt uns in die Erschöpfung. Die “Steigerungsrate der Optionen übersteigt die Beschleunigungsrate”, nichts kann mehr wirklich “up to date” sein und die Individuen haben keine Chancen mehr, “lebensgesättigt” zu sterben. Rosa zeichnet die Moderne als “panische Reaktion auf die Gewissheit des Todes”.
22:30 arte // Der Rote Thun (TV)
Der rote Thunfisch, ein intelligenter Raubfisch, ist durch den Menschen selbst zum Gejagten geworden. Die Bestände vermindern sich, der Fisch wird kostbarer und schwerer zu bekommen. Wissenschaftlern ist nun das Unmögliche gelungen: die Züchtung des Fisches. Dafür muss sogar eine 3000-km-lange Reise, die er natürlicherweise vor dem laichen zurücklegt, in einer 40-m-langen Pilotanlage simuliert werden.
Schweizer Bio-Kühe laufen Marathon
In der Schweiz lassen Biobauern ihre Kühe zum Marathon antreten. Die Tiere werden mit GPS-Sendern bestückt. Online können Tipps abgegeben werden, welches der Tiere als erstes die Marathon-Distanz erreicht. Bio Suisse möchte mit der sportlichen Aktion Aufmerksamkeit auf artgerechte Tierhaltung lenken. Wir haben uns mit Sabine Lubow vom Veranstalter Bio Suisse unterhalten.
Biorama: Was steckt hinter dem Kuh-Marathon? Worauf möchte Bio Suisse mit dem Kuh-Marathon hinweisen?
Lubow: Wir stellen einerseits immer wieder fest, dass das Tierwohl den Konsumenten sehr am Herzen liegt. Andererseits ist es für uns als Dachverband der Schweizer Biolandbau-Organisationen besonders wichtig, dass die Tiere artgerecht gehalten und gefüttert werden. Wir arbeiten eng mit dem Schweizer Tierschutz zusammen, und unsere Mitglieder werden regelmässig von unabhängigen Kontrollinstanzen auf die Einhaltung der strengen Bio Suisse Richtlinien überprüft. Ein solcher Kuh-Marathon bietet eine originelle Gelegenheit – vor allem auch für jüngere Konsumenten -, sich über einen spielerischen Ansatz mit den Themen Tier und Nahrungsmittelproduktion auseinanderzusetzen und dabei vor allem auch Spass zu haben.
Schlägt sich die Bewegung der Bio-Kühe auf ihre Gesundheit nieder, und evtl. auch auf die Produkte, die sie liefern?
Weidegang und die damit verbundene Bewegung wirken sich nachweislich positiv auf die Gesundheit der Kühe aus. Das hält ihren Bewegungsapparat fit, indem so zum Beispiel Lahmheit oder Klauenprobleme verhindert werden können. Regelmässig und viel Bewegung ist gut für den Stoffwechsel der Kühe. Als Herdentiere können sie überdies auf der Weide auch ihr Bedürfnis nach sozialen Kontakten ausleben.
Die Milch von Kühen, die auf der Weide frisches Gras, Kräuter und Klee fressen, weist einen höheren Omega-3-Fettsäurenanteil auf, was wiederum auch uns Menschen sehr zugute kommt.
Bewegen sich Kühe hauptsächlich, um zu ihrem Futter zu gelangen, oder haben Kühe auch einfach Spaß an der Bewegung?
Wer Kühen zuschaut, die nach dem Winter zum ersten Mal wieder auf die Weide dürfen, sieht schnell, dass sie sichtlich Freude an Bewegung haben. Oft müssen Kühe auch einen ziemlich langen Weg zurücklegen bis sie die Weide erreichen. Dort steht dann für sie die Futteraufnahme im Vordergrund, und nach dem Fressen ist die Verdauung (Wiederkäuen) an der Reihe. Dazu legen sich die Kühe oft ins Gras.
Unterscheiden sich die Kühe generell in ihrem Bewegungsdrang, gibt es besonders „sportliche“ Kühe und eher träge Tiere?
Wie wir Menschen hat auch jede Kuh ihren eigenen Charakter. Es gibt schnellere und langsamere, sportlichere und eher trägere Tiere. Alle lieben sie aber in der Regel die Bewegung und den Weidegang.
Haben die teilnehmenden Bio-Bauern ihre schnellsten Tiere ins Rennen geschickt und wie trainieren sie mit ihren Tieren?
Unsere Bio-Bauern kennen jedes einzelne ihrer Tiere. Es ist davon auszugehen, dass jeder sein „bestes Pferd im Stall“ angemeldet hat nach Kriterien wie Ausdauer, Fitness, Beweglichkeit und – warum nicht – der Lebensfreude. Dabei dürfte ihnen die Wahl nicht ganz so leicht gefallen sein, denn die Kühe unserer Mitglieder sind sportlich, haben sie doch besonders viel und regelmässig Auslauf. Sie fressen übrigens zu 100 Prozent Biofutter.
Wie sehen die Prognosen aus? Wie lange werden die Kühe für einen Marathon brauchen?
Dies dürfte der erste Marathon dieser Art weltweit sein. Wir sind aktuell noch in der Testphase, die den Kühen aber sichtlich Spass zu machen scheint. Wir gehen davon aus, dass der Marathon zwischen sieben bis zehn Tage dauern wird. Aber lassen wir uns überraschen…
Ist für faire Wettbewerbsbedingungen gesorgt? Ist sichergestellt, dass niemand seine favorisierte Kuh auf der Alm zu sportlichen Höchstleistungen scheucht?
Die zurückgelegten Strecken werden genau registriert, und es wird sofort feststellbar sein, wenn eine Kuh plötzlich sehr viel schneller gehen oder den Mitbewerberinnen überdurchschnittlich weit voraus sein sollte. Und natürlich ist es im Sinn aller Beteiligten, sich an die Spielregeln zu halten und Fairness zu zeigen. Die GPS-Geräte werden übrigens jeweils am frühen Morgen nach dem Melken montiert und dann am Abend beim Melken wieder entfernt, damit sie über Nacht aufgeladen werden können.
Haargenau
Schonend für Kopfhaut und Haare, schonend für die Umwelt – Bio-Haarpflege setzt auf natürliche Inhaltsstoffe und typgerechte Pflege.
Haare sind Ausdruck der Persönlichkeit und des Lebensstils. Kopfhaut und Haare sind sensibel und reagieren auf unsere Lebensumstände, auf Stress und Belastung. Sie sind vielen Einflüssen ausgesetzt: häufiges Waschen, Färben, Dauerwellen, Wind, Sonne, Wind, Kälte, Heizungsluft strapazieren, entziehen den natürlichen Fettgehalt und schädigen die Struktur des Haares. Jeder Mensch hat einen anderen Haartyp, von glatt bis wellig, von dünn bis dick, von trocken bis ölig und damit ganz individuelle Pflegebedürfnisse. Zwar lassen konventionelle Pflege‐ und Stylingprodukte jeden noch so spektakulären Look zu, doch gehen diese Chemiekeulen oftmals auf Kosten unserer Gesundheit. Und unserer Umwelt.
Doch es geht auch ohne. Die neueste Generation natürlicher Haarpflege behandelt das Haar schonend und pflegt es nachhaltig gesund und schön. Ohne chemische Stoffe wie Sulfate, Parabene, Silikone, PEG und synthetische Duft- und Farbstoffe oder Mineralöle.
Naturkosmetikhersteller haben Erfahrung gesammelt und bieten inzwischen Produkte an, die ordentlich und doch sanft reinigen, die das Haar pflegen, ohne es zu beschweren und professionell stylen. Ganzheitliche Pflegekonzepte setzen bei der Gesundheit der Kopfhaut an. Sie arbeiten mit milden Tensiden, biologischen Pflanzenwirkstoffen, ätherischen Ölen, die die Kopfhaut anregen und die Elastizität und glatte Oberfläche des gesunden Haares erhalten. Wir haben einige organische Haarpflegeprodukte getestet.
Ferien für die Haare
Frisörin Kirsten Kelting konzipiert natürliche Haarpflegeprodukte. Ihr Neema Haarbalsam ist eine Leave-in Extrapflege für strapaziertes, aufgerautes und empfindliches Haar. Nach der Haarwäsche eine Erbsengröße in die Längen und Spitzen und mit einem Holzkamm kämmen, nicht ausspülen.
Seidige Sache
Shampoo for silky hair wäscht mild, duftet nach Citrusnoten und stärkt das Haar mit Brennessel- und Klettenextrakt.
Pflanzenkraft erleben
Wegweiser Pflanzensignatur: Die Leitpflanzen des neuen Weleda-Haarpflege-Sortiments, Hafer, Hirse und Weizen, verleihen ihm ihren besonderen Charakter. Die strukturierende Wirkung von Getreide, je nach Art unterschiedlich ausgeprägt, sorgt für individuelle Pflege der verschiedenen Haarbedürfnisse. Hafer Aufbau-Shampoo, Hafer Aufbau-Spülung und Hafer Aufbau-Kur reinigen, glätten und nähren insbesondere trockenes und strapaziertes Haar. Alle Produkte sind vegan, frei von Silikonen, sulfathaltigen Tensiden, Rohstoffen auf Mineralölbasis, sowie von synthetischen Farb-, Duft und Konservierungsstoffen. Angenehmer Duft: Naturreine ätherische Öle wurden fein komponiert. NaTrue zertifiziert.
Pump me up, Baby!
Für kreative Föhnfrisuren: Föhnfestiger Bambus mit Bambus-, Birkenblatt und Kamillenextrakt verleiht dem Haar Volumen, Schwung und flexiblen Halt. Unterstützt das Haar bei Belastung durch Föhnwärme und Bürste. Glutenfrei, laktosefrei.
Repair Spray
Regeneration für beschädigtes und trockenes Haar: Feuchtigkeitsspray mit Blütenwässern sorgt für natürliche Feuchtigkeit und Schutz, es erleichtert die Kämmbarkeit, wirkt etwas anti-statisch und erleichtert so das Stylen der Haare.
Transformer
Die innovative Salonlinie mit Organic Care und Styling-Produkten vereint Funktionalität mit Einfachheit, Schönheit mit Gesundheit und ethische Anliegen mit ästhetischen Ansprüchen. Für unkomplizierte Styles von Done bis Undone: Limesoufflé ist ein leichtes Gelwachs für sanfte Textur und mittleren Halt, für flexibles Styling ohne das Haar zu beschweren.
Pflege im Schongang
Prima für die Reise, da gering im Gewicht und kein Ausrinnen oder Probleme beim Sicherheitscheck. Das Haarpulver Shampoo Natural Volume & Shine aus Heilerde und Kräuteressenzen reinigt sanft normales bis fettiges Haar, hilft bei Schuppen und verleiht Volumen und Glanz. 100% Naturpulver, ohne Tenside. Duftet nach ayurvedischen Kräutern und Rosa centifolia.
Der richtige Ton
Biologische Pflanzenhaarfarbe Khadi Henna & Amla verleiht schonend Farbe, Glanz und Volumen und tönt die Haare dauerhaft. Sie kommt völlig ohne chemische Inhaltsstoffe wie synthetische Farbstoffe, Peroxide oder Ammoniak aus. Das Pflanzenfarbpulver wird mit heißem Wasser zu einer Paste gerührt, gleichmäßig so warm wie möglich aufgetragen. 30–120 min Einwirkzeit.
Reine Männersache
Für sanfte Reinigung und erfrischende Pflege: Men-feel great! Dusch-Shampoo mit Bio-Macadamianussöl und Bio-Orangenextrakt ist ein 2 in 1 Pflegeprodukt für Haut & Haare. Duftet angenehm frisch nach Citrus und Minze.
Haircare made in Berlin
Materialwissenschaftler und Nachhaltigkeitsaktivist Erik van Buuren hat Erfahrung bei der Entwicklung ökologisch optimierter Produkte und Produktionsprozesse. Er legt Wert auf Regionalität, auf Transparenz bei Inhaltsstoffen und auf die substantielle Analyse von innen. Das vegane Shampoo Zypresse duftet frisch, holzig-würzig und ist für die tägliche Pflege geeignet; Birkenextrakt unterstützt die Haarstruktur. Die Verpackung wurde nach Cradle-to-cradle-Prinzipien realisiert.
Kammleicht gepflegt
Das Pflege-Duo Pure Luxe Shampoo & Conditioner reinigt und pflegt anspruchsvolles, strapaziertes Haar. Besonders fein: blumig-exotischer Duft von Ylang, Geranie und Lemongrass. Der Conditioner glättet krauses Haar, kann aber auch für normales Haar als wöchentliche Aufbaukur verwendet werden.
Einfach glänzen!
Für natürliche Fülle und Glanz: Pneumatic-Bürste aus Buchenholz (FSC-zertifiziert) mit hochwertigen Wildschweinborsten und abgerundeten Nylon-Pins ermöglichen angenehmes Bürsten und Stylen. Die Borstenkombination im elastischen Naturkautschukkissen massiert schonend und stimuliert die Kopfhaut.
Gehen Sie unter Bienen
Bild: Matthias Hombauer
Am 26. Mai ist Tag des offenen Bienenstocks und der Österreichische Imkerbund (ÖIB) lädt dazu ein, Bienenvölkern in über 60 teilnehmenden Betrieben einen Besuch abzustatten.
Bienen haben es wirklich nicht leicht. Neben ihren natürlichen Feinden haben sie auch Probleme mit Pestiziden und Politikern wie Nikolaus Berlakovich, der offenbar nicht viel für die so wichtigen Insekten übrig hat. Aktuell ist der Bienenschutz ein großes Thema – leider, muss man wohl sagen. Da trifft es sich gut, dass Ende Mai die Möglichkeit besteht, in ganz Österreich Imkerbetriebe und –Vereine zu besuchen, und viel über das Insekt im Bicolor-Look zu erfahren.
Am Tag des offenen Bienenstocks können Bienenvölker persönlich besucht werden und es gibt eine Menge verschiedener Honigprodukte zu verkosten. In Gesprächen und Führungen mit Inkerinnen und Imkern wird auf die Bedeutung der Biene als Bestäuber für zahlreiche Pflanzen hingewiesen werden. Für Kinder besteht die Möglichkeit mit Bienenwachs zu basteln.
Mit dem jährlichen Aktionstag möchte der Österreichische Imkerbund einen einmaligen Einblick in die wertvolle Arbeit von Imkerinnen und Imkern im Einklang mit der Natur bieten, und Bewusstsein für den Beitrag der Imkerei zur Biodiversität bieten. Potenziellen Neueinsteigerinnen und Neueinsteigern sollen die Hemmungen genommen werden, selbst in das traditionsreiche Imkerei-Handwerk einzusteigen.
Tag des offenen Bienenstocks
26. Mai 2013
Es werde Licht
Olafur Eliasson und eine Little Sun (Foto: Little Sun)
Dem dänischen Künstler Olafur Eliasson ist ein Licht aufgegangen. Zusammen mit dem Ingenieur Frederik Ottensen hat er die solarbetriebene LED-Lampe Little Sun entwickelt. Sie soll für Licht sorgen, wo elektrischer Strom Mangelware ist. Das Modelabel Wood Wood zeigt Little Sun am Freitag, 17. Mai in seinem Wiener Store.
Das Projekt Little Sun soll den rund 1,6 Milliarden Menschen ohne Zugang zu Elektrizität eine gesunde und leistbare Lichtquelle zur Verfügung stellen. Das Prinzip dahinter ist eigentlich recht simpel: Der Kauf einer Little-Sun-Lampe in wohlhabenderen Teilen der Welt hilft Menschen in ärmeren Erdteilen, in denen die elektronischen Versorgungsnetze kaum ausgebaut sind, die Lampen zu einem niedrigen Preis zu erstehen. Eine einzelne Little-Sun-Lampe spendet bis zu drei Jahre lang Licht.
Wood Wood fand dieses Projekt unterstützenswert und hat deshalb eigens ein Little-Sun-T-Shirt designet. Der Erlös der T-Shirt-Verkäufe kommt dem Projekt zugute. Das T-Shirt sowie die Lampe werden diesen Freitag in der Wood Wood Filiale in der Wiener Zollergasse präsentiert.
Little Sun im Einsatz in Äthioipen (Foto: Little Sun)
WOOD WOOD Wien
Zollergasse 29, 1070 Wien
17.05.2013, 11.00-19.00 Uhr
„Es geht um die Atmosphäre auf dem Platz“
Bild: www.coolcamping.eu
Für »Cool Camping Deutschland« hat Autor Björn Staschen fast 60 Campingplätze in der Bundesrepublik ausgewählt und bewertet – von der Salzwiese auf einer Insel im nordfriesischen Wattenmeer bis zum Indianer-Tipi-Dorf auf einem Öko-Bauernhof in der Rhön.
BIORAMA: Björn, Sie haben für die Campingplatzführer-Serie »Cool Camping« fast 60 Plätze in ganz Deutschland getestet. Was akkreditiert Sie als Tester? Wie kommt man in diese beneidenswerte Position, sich beruflich so ausgiebig mit dem Thema Urlaub beschäftigen zu dürfen?
Björn Staschen: Da muß ich einerseits sagen, dass es leider nicht mein Hauptberuf ist, Campingplätze zu testen. Das wäre toll, das würde ich auch gerne machen, davon kann man aber nicht leben. Es ist eher eine private Leidenschaft, die entstand, als ich für die ARD als Korrespondent in Großbritannien gearbeitet habe. Da hab ich begonnen, mit meiner Frau zu campen. Denn in Großbritannien gab es diese Buchreihe – „Cool Camping England“, „Cool Camping Schottland“, „Cool Camping Wales“ – und wir haben von diesen Plätzen unheimlich viele gesehen. Wir haben dabei gelernt, dass Camping auch ganz anders geht als das Klischee uns das vermittelt hat. Ich dachte bis dahin auch – und deswegen war ich eigentlich kein eingefleischter Camper – Campingplätze, das heißt vor allem: Dauercamper, viele Regeln, viele Jägerzäune, Gartenzwerge. Doch auf den Cool-Camping-Plätzen war es das Gegenteil. Und deswegen haben wir es lieben gelernt und uns dann, nach der Rückkehr nach Deutschland gefragt: Gibt es diese Plätze wohl auch hier? – wir wussten es einfach nicht. Das war dann der Ansporn, das heraus zu finden. Insofern qualifiziert mich zu meinem Hobby die Erfahrung aus England. Wir haben da ein ziehmlich gutes Gefühl dafür bekommen, welche Plätze wir mögen und welche Plätze uns Gleichgesinnten nahe bringen, wo wir die Menschen treffen, mit denen wir auch gerne zusammen campen, Zelt an Zelt. Junge Familien die nicht so – sagen wir einmal – „Hardcore Camper“ sind.Es geht darum, dass man Spaß hat, Freude hat, Freiheit spürt, Lagerfeuer macht und das Ganze einfach genießen kann. Und solche Plätze haben wir besucht. Jetzt hoffen wir, dass diese Cool Camping-Idee, so wie in Großbritannien, zur Bewegung wird und mehr Anhänger findet, damit wir noch mehr nette, schöne Campingplätze mit noch mehr netten Leuten finden.
Sie waren für den Band »Cool Camping Deutschland« mit Ihrer Frau und Ihrem Kind in einem nicht gerade als geräumig zu bezeichnenden VW-Bus bestimmt eine Weile unterwegs. Für so manche Familie wird schon ein einwöchiger Camping-Urlaub auf so engem Raum zur Feuerprobe. Konnte Sie ihre Arbeit die ganze Zeit über genießen oder hatten sie auch mit diesen scheinbar natürlich auftretenden Reibereien zu kämpfen?
Als ich habe nicht die ganze Recherche mit der Familie gemacht – das wäre auch zu viel gewesen. Wir hatten schon viele Plätze kennengelernt, und einige habe ich dann in kurzer Zeit noch einmal unter die Lupe genommen. Wir waren als Familie ein halbes Jahr unterwegs, nachdem wir in England die Zelte abgebrochen hatten und bevor wir zurück nach Deutschland gekommen sind. Wir hatten alle Wohnungen aufgegeben und waren zu dritt mit unserem geliebten VW-Bus „Florence“ unterwegs. Und man reduziert sich dann ja sehr, was Klamotten anbelangt, auch, was Ansprüche anbelangt und erfreut sich dann an der Natur. Für unseren Sohn war das wunderbar. Der war eineinhalb Jahre alt. Das Einzige was er dabei hatte, war sein Bobby Car. Und wo immer wir geparkt haben, wo wir unser Hochdach hochgefahren haben, war seine erste Forderung: Er möchte bitte sein Bobby Car haben. Und dann hat er den Campingplatz erkundet. Es war eine wunderbar freie Zeit, also ich kann mich nicht wirklich erinnern, dass wir aneinander geraten wären. Ich glaube aber auch, dass wir nicht aneinander geraten sind, weil wir eben keine „Hardcore Camper“ sind. Wenn eine Schlechtwetter-Front vorhergesagt war – das war zugegebener Maßen nicht so häufig der Fall, weil wir auch viel in Südfrankreich waren – aber wenn schlechtes Wetter drohte, dann sind wir auch mal in die Stadt gefahren, haben ein Hotel genommen, für zwei, drei Nächte und haben die Stadt erkundet. Ich halte wenig davon, ich würde es auch nach wie vor nicht tun, mit meiner Familie auf Teufel komm raus zu zelten. Wenn das Wetter nicht danach ist – verdammt nochmal nein! – dann machen sie das doch nicht.
Björn Staschen, NDR-Journalist, früherer ARD-Korrespondent in London und leidenschaftlicher Camper
Wie kann man sich die Herangehensweise an einen so ausgiebigen wie aufwändigen Test vorstellen? Gab es für die Campingplätze eine Vorauswahl oder waren auch schreckliche Campingplätze dabei, die es folglich einfach nicht in den Führer geschafft haben?
Ich habe hunderte Campingplätze recherchiert. Das war vor allem eine Internet-Recherche , zudem gab es viele Plätze, die ich schon kannte oder von denen ich gehört hatte. Dann sind so hundert, hundertzwanzig, hundertvierzig in die engere Auswahl gekommen, und die hab ich alle besucht. Und da waren in der Tat schreckliche dabei, ja. Es waren wunderbare dabei und es waren natürlich auch welche dabei, die irgendwo dazwischen liegen. Da war ich mir nicht ganz sicher: Kann das hier ein Platz sein, der in das Buch passt oder nicht? Das Entscheidende waren immer Urlauber, die mit Zelt kommen, die nur für kurze Zeit kommen, dass diese Camper den Betreibern wichtig sind. Es sind auch einige Plätze im Buch, auf denen es Dauercamper gibt, solange aber die Leute mit dem Zelt nicht in der hintersten Reihe stehen, sondern in der ersten Reihe und die gute Aussicht haben, solange ist das ja auch in Ordnung. Es geht mir immer auch um die Atmosphäre auf dem Platz. Es gibt aber auch Plätze, die im Internet wunderbar aussehen, die dann aber an der Bundesstraße liegen oder an der Autobahn und auf solchen bin ich auch mal gelandet und ganz schnell weiter gefahren. Manchmal war es hart: Es gab auch Plätze, die mitten im Nichts lagen. Da hatte mir irgendjemand erzählt, „Oh, der Campingplatz ist ganz schön“ . Vor Ort sah man dann aber, dass es den Betreibern nicht darum ging, Menschen in die Natur zu bringen und ihnen ein Camping-Erlebnis zu verschaffen. Es ging eher darum, wie sie mit einer Wiese noch ein bisschen Geld verdienen könnten. Und solche Plätze haben es dann auch nicht ins Buch geschafft.
Ich behaupte im Artikel »Das Prinzip Zelt« in der aktuellen BIORAMA-Ausgabe eingangs, dass jeder Mitteleuropäer eine Anekdote zum Thema »Camping« zum Besten geben kann. Welche würden Sie erzählen?
Ich erinnere mich an eine, die mich mutmaßlich zum Schönwetter-Camper gemacht hat. Wir haben nämlich alljährlich – als ich zwölf, dreizehn, vierzehn war – mit dem Schwimmverein hinter dem Hallenbad gezeltet. Das waren noch diese alten, schweren Giebelzelte, die man als Junge kaum allein tragen konnte, die hatten dieses umgekehrte Stangen-„U“ in der Mitte und waren rundherum abgespannt. Sie waren nie ganz wasserdicht, standen immer so ein bisschen blöd schief, waren zerknittert, und wir sind jedes Jahr wieder einmal abgesoffen. Und zwar komplett. Und so sehr, dass wir dann in der Nacht um Elf oder um Zwölf ins Hallenbad umgezogen sind. Und dann haben wir in den Kabinen am Boden geschlafen. Andererseits war das eigentlich auch immer der Höhepunkt: Man hat die ersten Stunden im strömenden Regen gehasst, aber gewusst – aus dem vergangenen Jahr – ach, da können wir nachher wieder im Hallenbad schlafen, dann wirds wieder ganz schön.
Ich erinnere mich aber genauso an Camping-Urlaube in Südfrankreich, mit eben diesem Schwimmklub, in denen wir nachts wieder komplett weggeschwommen sind. Denn seltsamerweise standen wir als Gruppe zwischen vielen Franzosen genau in der Senke des Campingplatzes, durch die das Wasser laufen würde. Rückblickend habe ich das Gefühl: Alle anderen wussten das, nur wir nicht. Und dann kam der Regen, und alles was nicht festgebunden war, schwamm mit.
Und es gibt noch eine dritte Geschichte, an die ich mich sehr gerne erinnere. Da war ich mit meiner Frau in Australien unterwegs, frisch verheiratet, in einem Bulli. Wir hatten uns eher am Rand des Campingplatzes, nahe an die Natur gestellt. Mitten in der Nacht sind wir aufgewacht, weil wir Schritte hörten. Die ganze Zeit Schritte um unseren Bulli herum. Wir hatten wirklich ein bisschen Angst. Was könnte das sein? Also sind wir erst einmal still liegen geblieben. Aber die Schritte hörten nicht auf. Und dann hab ich irgendwann mit der Taschenlampe aus dem Auto herausgeleuchtet. Und da stand dann vor mir ein Känguruh, das in den Strahl der Taschenlampe schaute und mutmaßlich ebenso verängstigt war wie wir. Das war um uns herum geschlichen, vielleicht, um Essensreste zu ergaunern. Das ist doch das Schöne am Camping, dass man der Natur sehr nahe ist.
Der Erfolg der Bücherserie lässt nicht daran zweifeln, dass Ihre Meinung über die schönsten Plätze des Landes von großem Interesse für die Leserschaft sein dürfte. Würden Sie den coolen Campern da draußen aus all ihren Empfehlungen Ihren persönlichen Favoriten nennen?
Einer der einfachsten Plätze, und damit für mich auch der schönsten Platz im Land, ist der Campingplatz an der Fleuth. Die Fleuth ist ein Fluß am Niederrhein. Der Platz heißt auch „Anna Fleuth“, so wie man das umgangssprachlich, etwas nuschelig, sagen würde. Es ist der Campingplatz eines jungen Mannes, der genau denselben Traum hatte wie wir, nämlich Camping ohne Regeln, viel Freiheit. Und dieser Daniel Wouters hat dann schließlich einfach im Garten – zugegebener Maßen im großen Garten – seines Elternhauses einen Campingplatz eröffnet, wo noch nicht einmal Bullis rauf dürfen, sondern nur Zelte. Er macht das wirklich ganz wunderbar. Er bietet Kräuterkurse an und er hat einen Steinofen gebaut, in dem man Brot backen kann.
Aber ich liebe auch den Campingplatz auf der „Hallig Hooge“, der so tief liegt, dass er fünfmal im Jahr überflutet wird. Dann holt man die Camper schnell auf die Warft. Man schlägt sein Zelt also auf der Salzwiese auf, und zwischen dir und dem Meer sind noch ein paar windgepeitschte Grasbüschel. Also viel wilder geht es nicht.
Und dazu kommt noch ein Platz, den es leider aber im Moment nicht gibt, die „Tentstation“ in Berlin. Das war urbanes Camping, von jungen Leuten gemacht, aber auf einer Fläche, die nur ein paar Jahre zur Verfügung stand, bevor dort ein neuer Wellness-Tempel gebaut wurde. Die Tentstation-Macher suchen jetzt wieder nach einem Platz. In der Nähe des Berliner Hauptbahnhofes hatten sie eine wunderbare Oase geschaffen, in der man frei und fröhlich draußen schlafen konnte. Die Betreiber sind Menschen, die das einfach so aufgesogen haben, diese Idee vom Cool Camping. Sobald sie wieder eine Fläche gefunden haben, wird es sicher wieder etwas ganz Wunderbares geben, mitten in der Hauptstadt.
So schließen wir unser Gespräch mit einem Aufruf und der Bitte um sachdienliche Hinweise bezüglich einer möglichen, neuen Fläche für eine neue Berliner „Tentstation“ und tragen so vielleicht einen Schritt zur Bewegung des Cool Camping bei. Danke für das Gespräch, Herr Staschen.
»Cool Camping Deutschland« von Björn Staschen ist bei Haffmans & Tolkemitt erschienen.
www.coolcamping.cc








