Dinge die man nicht alleine tun kann..

CC-by-sa ethify.org & living

Vorausgesetzt man hat sich dazu entschlossen nachhaltiger bzw. umweltbewusster zu leben, ist es meiner Meinung nach keine große Herausforderung mehr, da Fairtrade- und Bio-Produkte aus der Umgebung in jedem Regal eines größeren Lebensmittelladens zu finden sind.

Das Fairtrade-Logo ist heutzutage schon so effizient, dass die Menschen kein zusätzliches Denken oder Handeln benötigen, um so einen Beitrag zum Allgemeinwohl zu leisten.

Manche Menschen kaufen nachhaltige Produkte nicht nur um zum Gemeinwohl beizutragen sondern sie kaufen sie um sich selbst und vielleicht auch anderen zu signalisieren, dass sie bessere Menschen sind.

Ist unsere Gesellschaft wirklich so nachhaltig, wie sie sich immer gibt? Interessiert es die Menschen wirklich, ob auch andere nachhaltig leben?
Genau diese Fragen habe ich mir gestellt und mich dazu entschlossen, in einem Selbstexperiment diese zu beantworten.

Anstatt nachhaltig zu leben, auf Artikel und Produkte des alltäglichen Lebens zu verzichten und mir Alternativen zu suchen, habe ich diese Woche genutzt um genau das Gegenteil zu machen. In dieser einen Woche habe ich versucht das Verhalten und die Reaktionen meiner Familie, Freunden und Mitmenschen zu beobachten. Dabei ging es mir in erster Linie darum, sie nicht direkt mit dem Thema Nachhaltigkeit anzusprechen sondern durch mein Verhalten und Handeln aufzufallen und somit vielleicht die eine oder andere kritische Bemerkung zu erhalten.

Der erste Versuch war meine Kleidung als kürzlich erworbene Kleidungstücke aus der Modekette Primark auszugeben. Bei diversen Treffen mit Freunden und Verwandten nutzte ich jede Möglichkeit mit den „neu“ erworbenen Kleidungstücken zu prahlen. Ich schwärmte von dem unglaublich guten Preis-Leistung Verhältnis und der Qualität, die anderen Herstellern in Nichts nachsteht. Entgegen meinen Erwartungen waren die Reaktionen überraschenderweise meist positiv gegenüber der Kleidung die ich trug. Niemand versuchte mich darauf hinzuweisen, dass die Kleidung von Primark nicht ethisch korrekt produziert wird. 

Im zweiten Versuch wurde das Zurückgeben von Fairtrade Artikeln an der Kasse mit der Begründung, sie wären überteuert und nur versehentlich mitgenommen, nur mit großer Verwunderung entgegen genommen.

Da man meiner Meinung nach die Welt nicht als einzelne Person verändern kann, war es mir wichtig bei meinem Projekt auch die Menschen in meinem engeren Kreis auf das Thema aufmerksam zu machen. Mir ist aufgefallen, dass die meisten Menschen ihre Einstellung und Gedanken zu einem Thema erst teilten, wenn man sie direkt darauf anspricht. Größtenteils wissen die Menschen auch nicht, welche Marken ihre Produkte ethisch korrekt produzieren.
Auf jeden Fall hat es mich überrascht, dass ich mit meinem Verhalten eigentlich kaum kritischen Bemerkungen und Reaktionen ausgelöst hatte. Ich hatte erwartet, mehr Diskussionen über Nachhaltigkeit zu verursachen. In Zukunft möchte ich daher trotzdem weiterhin die Menschen in meiner Umgebung darauf aufmerksam machen, etwas nachhaltiger zu leben oder wenigstens sich darüber Gedanken zu machen.

Dejan Nincetovic

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Konfusion als Strategie, um

Konfusion als Strategie, um einen Nachdenkprozess anzuregen- interessanter Ansatz!

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