Fleisch bringt's.

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Fleisch bringt’s.


Fleisch verleiht laut AMA Superkräfte.

Fleisch bringt’s. So lautet der Slogan einiger Werbeschaltungen der Fleischindustrie im Österreichischen Fernsehen. Die Marketingstrategie von AMA, dem Agrarmarkt Austria ist simpel und witzig gestaltet. Dem Zuseher und potenziellen Konsument wir suggeriert, dass er mit Fleisch leistungsfähiger und stärker ist. Gleichzeitig wird ihm vorgegaukelt, Fleisch sei gesund.

Doch verleiht Fleisch wirklich Superkräfte und sollte dem Konsument wirklich dieses positive Image vermittelt werden? Die Werbung ist für alle Altersgruppen gleichermaßen gestaltet. Natürlich sollen heranwachsende Konsumenten auch schon mit dem Wissen aufwachsen, Fleisch sei gesund.
Einer der Werbespots funktioniert folgendermaßen: Ein roter Oldtimer fährt in ländlicher Gegend einen Pass hinauf- umgeben von Almwiesen. Darin sitzt ein junges Pärchen. Im nächsten Schnitt wird gezeigt, dass der Wagen einen Reifendefekt aufweist. Die Luft im vorderen Reifen ist weg und das Auto muss halten. Nun sieht man, wie der Wagen relativ schnell und problemlos angehoben wird, jedoch keinen Wagenheber. In einer totaleren Einstellung wird nun aufgelöst wie das Auto angehoben wurde. Die junge Frau hat den Wagen einfach mit Muskelkraft angehoben, damit der Mann den Reifen wechseln kann. Es ist für die Frau kein Problem. Sie fragt den Mann noch keck: „Und, gehts?“ Worauf der Mann nickt und den Reifen problemlos wechselt. Die Ironie an dieser Szene ist, dass im Hintergrund auch noch friedlich grasende Kühe dargestellt werden. Das Problem ist also gelöst und der Wagen kann weiterfahren. Das Outro zeigt das junge Paar, wie sie nun an einer Alm Fleisch verköstigen. Ein Sprecher aus dem Off sagt: „Fleisch bringt’s. Viel Energie und noch mehr Genuss.“ Untermalt ist der Werbespot mit einer freundlichen Musik.

Hier der Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=JfBJpDRXGHM


Österreich lebt bestimmt in einer Überflussgesellschaft- man geht in den Supermarkt und hat große Auswahl an Fleisch jeder Art, in jeder Variation und zu jeder Zeit. Dabei sollte der Konsument wirklich kritisch hinterfragen, ob er hierbei mitspielt. Die Fleischindustrie ist natürlich sehr mächtig- Fleisch kann billig und schnell produziert werden und der Konsument ist schnell zufrieden. Der Mensch kann somit gut und schnell ernährt werden.

Ich als Student kaufe äußerst selten Fleisch, denn mit begrenztem Budget ist es schlicht und einfach gescheiter, Gemüse zu kaufen, da es länger haltbar ist und ich mehr damit kochen kann. Der allgemeine Tenor vieler anderer Studenten ist aber, Fleisch sei unkompliziert, würde satter machen und sei billiger. Hier liegt meines Erachtens nach aber der Knackpunkt. Kaufe ich nämlich billiges Fleisch, so unterstütze ich schlicht und einfach die Massentierhaltung und gleichzeitig falsche Tierhaltung.

Zurück zur Marketingstrategie von AMA. „Fleisch bringt’s. Viel Energie und noch mehr Genuss.“ Ich kann diesem Slogan persönlich nicht zustimmen und finde es äußerst bedenklich, dass dem bereits boomenden Fleischhandel noch mehr Energie hinzugefügt werden muss. Eine so auf den Punkt gebrachte Werbung für Gemüse und alternative Ernährung würde ich mir wünschen. Zudem muss man schlicht und einfach Sagen, dass Fleisch auch Risiken birgt. Konsumiere ich nämlich Fleisch, so unterstütze ich Umweltverschmutzung, produziere Treibhausgase und tue mir selbst nichts Gutes. Viel Fleischkonsum kann neben Diabetes zu Herzproblemen, Gicht, Krebs, Rheuma und Herz- Kreislaufproblemen führen. Dies wird in dieser Marketingstrategie natürlich nicht aufgezeigt. Allgemein wichtiger wäre es, wirklich regional, beim Bauern des Vertrauens einzukaufen und somit qualitativ hochwertigeres Fleisch zu beziehen. Dies ist sicherlich auch besser für die Gesundheit. Leider wird hier aber viel zu wenig Werbung betrieben, denn dieses Bewusstsein sollte geschaffen werden.

Ich habe nun einen Adbuster kreiert, der aufzeigt, welche Risiken der Fleischkonsum birgt. Ich habe eine Art digitalen Stempel einer Kuh entwickelt, welche ich in Tirol fotografiert habe. Diesem Kuhschädel habe ich mitten auf der Stirn ein Fadenkreuz platziert, dort wo Kühe auch mit dem Schlagbolzen normalerweise getötet werden. In roter Schrift und plakativ steht geschrieben „Fleisch bringt’s“. Liest man aber weiter, so sieht der Konsument, was Fleisch auch bringen kann. Nämlich einige Krankheiten und Belastung für die Umwelt…

 

Niklas K.

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