Staat/Privat/Regulierung - Gedanken eines Anarchokapitalisten

"Der Anarchokapitalismus (auch Marktanarchismus oder Anarcholiberalismus) ist eine anarchistische sozialphilosophische Theorie, welche für eine vom freien Markt, von freiwilligen Übereinkünften und von freiwilligen vertraglichen Bindungen geprägte Gesellschaft eintritt, die vollständig auf staatliche Institutionen und Eingriffe verzichtet. "
aus: Wikipedia Artikel "Anarchokapitalismus", Stand März 2010

Hans-Hermann Hoppe, seines Zeichens Ökonom und Vertreter des anarchokapitalistischen Zweiges der Österreichischen Schule der Ökonomie sieht den Staat als "kriminelle Organisation" und tritt vehement gegen jegliche Art staatlicher Regulierung ein - blanker Hohn gegenüber einer von der Wirtschaftskrise stark gebeutelten Welt?

Geht es um staatliche Regulierung, bezieht Hoppe eine klare Hans-Hermann-HoppeStellung indem er dem Wettbewerb der Unternehmer die alleinige Fähigkeit der Regulierung zugesteht und den Staat als kriminelle Organisation bezeichnet, dessen Einnahmen alleinig durch Zwang entstehen und auf Steuern und Enteignung beruhen. Die Unfreiwillige Beziehung zwischen dem Staat und dessen (unzufriedenen) Staatsbürgern könne in keiner Weise mit einem typischen Arbeitsverhältnis verglichen werden, welches im Gegensatz dazu auf gegenseitiger Akzeptanz beruhe. Laut der Ansicht von Hoppe tragen Staaten somit in keiner Weise zur Zivilisation bei und dürfen diesbezüglich nicht regulierend tätig sein. Regulierung dürfe nur von Institutionen ausgehen, die mit selbst erarbeiteten Mitteln tätig sind - nach dem selben Muster wie auch Privatpersonen vorzugehen haben.

Hoppe sieht den Wohlstand und die gegenwärtigen Lebensverhältnisse als Früchte des modernen Kapitalismus - im Gegensatz dazu führe ein Sozialstaat nur zur Bestrafung produktiver Tätigkeiten, bei dem Menschen für arbeitsfreies Verhalten belohnt werden. Hilfeleistung an der Gesellschaft ist laut Hoppe nur dann sinnvoll, wenn sie von Helfern aus eigenem Interesse getätigt werde - sobald Hilfeleistung jedoch zwanghaft eingefordert und verteilt werde, habe dies negative Auswirkungen auf die eigene produktive Tätigkeit.

Freier Wettbewerb und Konkurrenzdenken ist nach Hoppe für die Gesellschaft die anzustrebende Form - die nach seiner Meinung von der EU angestrebte Abschaffung der Steuerkonkurrenz sieht er als Schritt in die falsche Richtung, bei dem die Einzelstaaten auf die Dauer nach dem Vorbild des Kommunismus zusammenbrechen werden.

"Wir brauchen ein neues Bewusstsein: Staaten sind Übeltäter, weil sie von den Früchten derjenigen leben, die sie erarbeitet haben. Ausgebeutet werden all jene, die privatwirtschaftlich tätig sind." - Hans-Hermann Hoppe

Bild: Hans-Hermann Hoppe
Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Hans-Hermann_Hoppe
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Artikelquelle: Wiener Zeitung (http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=4664&Alias=wzo&cob=362745)

 

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