Der Rohstoff Huhn - eine Kampagne gegen die Massenhühnerhaltung

Mehr als 462 Millionen Masthühner und 55 Millionen Legehühner werden jährlich in Deutschland und Österreich geschlachtet, um den Fleischkonsum im deutschsprachigen Raum zu decken. Der Großteil der Tiere wird zu Zehntausenden zusammengepfercht in Nordreihn Westfahlens Hühnermastanlagen herangezüchtet und nach einer Lebenszeit von 28 Tagen zu verschiedenen Geflügelfleischsorten weiterverarbeitet. Trotz häufiger Missachtung des deutschen und österreichischen Tierschutzgesetzes und Skandalen, wie dem Dioxinskandal 2010, bei dem der giftige Wirkstoff Dioxin in unzähligen Eiern gefunden wurde, wird die oftmals nicht artgerechte Haltung der Hühner vom Großteil der Bevölkerung und der Politik toleriert. Grund hierfür ist auch der offensichtliche Lobbyismus in Nordrhein Westfahlens Landespolitik. Mehrere Fälle sind den Behörden bekannt, in denen Anzeigen gegen Großmäster aufgrund der Unterstützung von Landespolitikern fallen gelassen wurden. Inspiriert von verschiedenen Artikeln zu diversen Vorfällen und im Speziellen dem Film „Unser täglich Brot“ haben 4 Studenten der Fachhochschule Vorarlberg eine Kampagne gegen Massenhühnerhaltung entworfen, um aktiv gegen die nicht artgerechter Haltung von Geflügeltieren vorzugehen.

Die Kampagne „Der Rohstoff Huhn“ von Simon Wenglein, Frank Derks, Nicolai Pritzl und Yves Roy Vallaster richtet sich direkt an den Verbraucher und ruft zu einem bewussteren Umgang mit Geflügelwaren auf. Nach Aussage der Dornbirner Studenten geht es ihnen nicht darum, den Eier- und Fleischkonsum allgemein zu verdammen, vielmehr soll eine Basis für ökologisch und ethisch korrekt produzierte Waren geschaffen werden - und dies direkt beim Endkonsumenten. Denn oftmals ist fehlende Information und Unwissen die Ursache. Des weiteren argumentieren die Kreativen der Dornbirner Fachhochschule, dass letztlich der Konsument bestimmt, was auf den Markt kommt. Wenn sich Menschen bewusst machen, was sie kaufen, oder besser, was sie lieber nicht kaufen sollten, findet auch eine Veränderung statt. Dieser Ansatz fand sehr schnell seinen Weg zu verschiedenen Tierschutzvereinigungen und wird nun vom VGT, dem österreichischen Verein gegen Tierfabriken unterstützt. Obwohl es sich um eine österreichische Organisation handelt, ist diese durchaus bemüht auch in den Nachbarländern zu verringertem Fleischkonsum und dem Genuß biologisch hergestellter tierischer Produkte aufzurufen. Daher wird sich die Kampagne auch über die Grenzen Österreichs hinaus erstrecken um eine Veränderung in der Geflügelindustrie zu bewirken.

Die Kampagne setzt sich aus der Webplattform, einer Printkampagne und einer kleinen Guerillakampagne zusammen. Auf der Webseite befinden sich Links, verschiedene Informationen rund um das Thema Massenhaltung und Möglichkeiten selbst aktiv an einem Wandel zu tiergerechterer Haltung mitzuwirken. Hier steht auch ein Flyer mit Fakten zum Download bereit. Die Flyer werden vor und in diversen Supermärkten verteilt und sollen aufgrund ihrer attraktiven Gestaltung wahrgenommen werden und zum Lesen einladen. Doch hinter der nett anmutenden Visualisierung versteckt sich der beinharte Alltag im Umgang mit dem Rohstoff Huhn. Unterstützt wird die Printkampagne durch eine kleine Guerillakampagne. Bei dieser werden an verschiedenen Orten Sticker in Spiegeleiform verteilt, mit dem Link zur Internetplattform. Mit diesem Gesamtpaket erhoffen sich die Dornbirner Studenten einen möglichst großen Wirkungsgrad zu erzielen und somit den Verbrauchern ein wenig auf die Füße zu treten. 

Link zur Kampagne: www.eifair.at 

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